Eine Trennung ist nicht nur emotional belastend. Sie wirft häufig auch komplexe finanzielle Fragen auf. Besonders dann, wenn gemeinsame Immobilien oder andere Kapitalanlagen betroffen sind.
In dieser Folge geht es darum, welche Möglichkeiten Ehepaare bei gemeinsam gehaltenen Anlage-Immobilien haben und welche Entscheidungen frühzeitig getroffen werden sollten.
Sie erfahren:
- wem eine gemeinsam finanzierte Immobilie rechtlich und wirtschaftlich zugeordnet wird
- welche Rolle Eigentumsverhältnisse, Darlehensverträge und laufende Verpflichtungen spielen
- ob Verkauf, Übernahme oder gemeinsames Halten sinnvoll sein können
- wie mit Mieteinnahmen, Restschulden und möglichen Wertsteigerungen umgegangen wird
- warum eine frühzeitige Abstimmung mit Finanzierungspartnern, Steuerberatung und Rechtsberatung wichtig ist
Pauschale Lösungen gibt es bei einer Scheidung nicht. Entscheidend sind die persönliche Situation, die Vertragsgestaltung und die langfristige finanzielle Tragfähigkeit.
Diese Folge bietet eine erste Orientierung für alle, die gemeinsame Anlage-Immobilien besitzen und auch in einer schwierigen Lebensphase fundierte Entscheidungen treffen möchten.
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Transkript der Folge
Intro
Martin: Hallo Caro, herzlich willkommen.
Caro: Hallo Martin.
Martin: Schön, ne? Guck mal, wenn ich dir mal Hallo sagen darf. Sonst kommt das immer von dir.
Caro: Ja, deswegen: Die Abwechslung lebt mit uns.
Persönliche Frage: 10 Jahre bei Deutschland.Immobilien
Martin: Ja, aber weißt du schon, vielleicht zur Feier des Tages?
Caro: Feier des Tages?
Martin: Ja, überleg mal: Wir kennen uns jetzt 10 Jahre, du bist schon 10 Jahre dabei. Du bist natürlich keinen Tag älter geworden, ne, aber gar nicht, nein. Aber wirklich 10 Jahre, ich finde es mega cool. Also ich bin sehr dankbar – guck mal, jetzt mache ich es auch offiziell im Podcast –, ich bin sehr dankbar und sehr froh, dass du damals zu uns gestoßen bist, blutjung, unerfahren, dein erster richtiger Job, wenn du eigentlich so willst, ne? Ausbildung, genau. Und jetzt bist du 10 Jahre da.
Caro: Ich habe es mir überlegt: Ich habe ja meinen Abschluss auf der Realschule gemacht, also 10 Jahre, und danach bin ich in die Ausbildung gegangen. Die Zeit war irgendwie länger, also 4 Jahre Grundschule und dann 6 Jahre, also Gymnasium und dann Realschule. Und jetzt diese 10 Jahre hier bei Deutschland.Immobilien, wow.
Martin: Zack, siehste, das vergeht ja wie im Flug, weil es immer so schön ist. Nein, aber es ist ja wirklich so, wenn einem etwas Spaß macht. Und da finde ich auch mal: So ein Jahr rennt auch immer durch, also ruckzuck. Der Sommer läuft, geht demnächst zur Neige, und es ist Wahnsinn. Aber nein, danke. Denn das ist, glaube ich, in der heutigen Welt und in der heutigen Zeit und in der heutigen Generation nicht alltäglich, dass man so lange dabei ist. Ich finde es schön. Also: Hallo Caro, herzlich willkommen in unserem Podcast, und hallo Caro, schön, dass du 10 Jahre dabei bist.
Caro: Ja, ich freue mich. Ist wie eine lange Beziehung.
Martin: Wow, also das ja gegenüber …
Caro: Man weiß schon, wo manchmal der Schuh drückt. Man kennt die positiven, aber auch die negativen Seiten.
Martin: Ja, das kannst du deinem Freund mal erzählen, weil der kürzer dabei ist, als wir sozusagen zusammen sind.
Caro: Meine Beziehung mit Deutschland.Immobilien ist länger als die mit meinem Freund.
Martin: Sehr gut. Wollen wir mal hoffen, dass der das auch nicht einholt, sondern dass das hier halt länger ist. Das könnte er dann nach der Rente irgendwie ausdiskutieren, damit hast du ja noch Jahrzehnte Zeit.
Caro: Ja, jetzt hast du mir eine ganz schwere Brücke zu unserem heutigen Thema gebaut.
Martin: Komm, wir machen die Highlights und Lowlights, erst Highlights und …
Caro: Lowlights, dadurch hin, weil die Brücke wirklich ganz … Was war dein Highlight?
Martin: Mein Highlight? Jetzt machen wir hier die 10-Jahres-Edition. Ja, komm, guck mal, wir machen das Highlight der letzten 10 Jahre bei DI, bei dir und bei mir.
Caro: Boah, da gibt es keins.
Martin: Ja, es gibt tatsächlich zu viele, wir könnten das … Ja, überleg dir mal, ja, aber überleg dir mal: Betriebsausflüge, ne? Nehmen wir so was wie Mallorca, nehmen wir Österreich, ja, oder Sylt, wo wir alle in dem kleinen, engen Team nachts noch baden gegangen sind, um, keine Ahnung, 23, 0 Uhr oder so, völlig verrückt. Zum Glück sind wir auch alle wieder rausgekommen, weil das wirklich Welle war und so.
Caro: Also ich möchte einmal kurz anmerken: Ich war jetzt einen Monat da, und dann ging es schon am Wochenende mit dem Unternehmen, wir waren da mit 20 Leuten, glaube ich, 20, 25, nach Sylt.
Martin: Ja.
Caro: Fand ich gut, so konnte ich gleich alle kennenlernen.
Martin: Also, und was man an Messen und so weiter … Also wo du wirklich bis morgens um 5, 6 durchgezogen hast, 2, 3 Stunden Schlaf, 09:00 Uhr, zack, stehen wir wieder auf der Messe. In diesen ganzen Aufbauphasen bist du ja im Grunde genommen … nicht Kind der ersten Stunde, aber als so richtig der Turbo gezündet wurde, bist du die ganze Zeit dabei.
Caro: Also ich kenne viele erste Male.
Martin: Wow, komm, melancholisch. Was war dein Highlight der letzten Woche?
Caro: Der letzten Woche? Oh Gott, ja, wir hatten ja viele Quartalsmeetings. Es war schön, alle mal wiederzusehen, weil wir ja viele Kollegen haben, die in Deutschland verteilt sind. Und gut, wir sitzen jetzt hier in der Zentrale in Hannover, die, die in Hannover sitzen, sehen wir öfter. Aber es ist auch schön, die aus dem Süden zu sehen, wenn die hierher trudeln.
Martin: Ja, das stimmt, das war auch eines meiner Highlights. Weil ich ja früher immer gesagt habe, dass das so die Familie ist, ne, so ein bisschen, gerade weil man natürlich einen großen Teil der Zeit hier verbringt. Also von daher auch mein Highlight. Privates Highlight: Ich war am Wochenende noch mal kurz einen Tag oben an der Küste, da, wo ich immer bin, da, wo meine Wohnung ist und so. Und das war einfach super. Es war noch mal schönes Wetter, und man konnte draußen sein. Das war auch toll, noch mal einen Tag durchzuschnaufen. Ja, aber komm, jetzt steigen wir in den Podcast ein. Jetzt denke ich echt, wie viele Highlights man wirklich in den letzten 10 Jahren mit dir hatte. Boah, ich werde alte Fotos raussuchen. Mach dich da echt auf was gefasst, und das zeige ich allen, allen, allen, alle sehen das.
Caro: Alle, die bei DI arbeiten? Bitte, poste es bei Insta. Ja, genau, musst du aber erst mal freigeben lassen, sonst melde ich dich.
Martin: Mir egal, mach das.
Mythos oder Wahrheit: Bei einer Scheidung muss eine gemeinsame Immobilie immer verkauft werden?
Caro: Weil, dann kommen wir jetzt zu dem Thema, das ich heute mit dir besprechen möchte: Scheidung.
Martin: Ey, das ist eine Brücke. Okay, alles klar, dann würde ich sagen: Scheidung ist das heutige Thema.
Caro: Genau. Und zwar will ich gleich mit „Mythos oder Wahrheit“ anfangen: Bei einer Scheidung muss eine gemeinsame Immobilie immer verkauft werden.
Martin: Nein, nee.
Caro: Ne. Und zwar möchte ich heute mit dir reinschauen, weil wir ja auch viele Paare haben, die bei uns kaufen. Und es ist ja auch schön, dass die gemeinsam eine Immobilie erwerben. Aber nicht immer läuft das so rosig. Also dann trennt man sich doch, und dann ist die Frage: Oh, was machen wir mit der Immobilie oder den Immobilien, die wir in den vergangenen Jahren gekauft haben, auf denen vielleicht noch Finanzierungen laufen? Verkaufen wir die, behalten wir die beide, lassen wir es einfach so laufen, oder kriegt der eine die eine, die andere die andere, oder teilen wir es komplett so auf? Das möchte ich einmal alles mit dir durchleuchten. Vielleicht hast du ja auch selber ein paar Kunden, denen das schon mal widerfahren ist, oder irgendwelche Anekdoten oder Geschichten dazu, die wir da draußen auch …
Martin: Ja, ja, eine geht mir durch den Kopf.
Regel es vorher: Vermögenswert statt Darlehen im Blick behalten
Caro: Ja, okay, aber lass uns erst mal am Anfang einsteigen. Genau, erklär doch mal: Welche Möglichkeiten gibt es denn überhaupt?
Martin: Ey, also grundsätzliche Grundvoraussetzung ist: Man kauft eine Immobilie.
Caro: Man hat eine Immobilie, damit man sich darüber streiten kann.
Martin: Ja, aber das Interessante ist wirklich: Du solltest dir das … Das erspart wirklich dieses … Fangen wir gleich [unverständlich] am Ende an, ne? Ziehen wir das gleich mal vor: Du solltest dir bei der Investitionsentscheidung für die Immobilie mit deinem Partner Gedanken machen und das sauber klären, solange du dich mit dem noch gut verstehst. Weil das einfacher ist. Das Thema, das man da immer wieder erlebt, ist gar nicht hinten raus, ne, was sozusagen der Kredit ist und so weiter, sondern es ist ein Vermögenswert. Und es gibt 2 Dinge, die man unterscheiden muss. Den größeren Stress, auch aus der Erfahrung, was ich also wirklich im Freundes-, Bekannten- und Kundenkreis mitgekriegt habe, hast du mit dem Eigenheim.
Caro: Ja, weil da viel mehr Emotionen dranhängen, ne?
Martin: Genau. Die Kapitalanlage ist einfach nicht mit so viel Emotionen behaftet. Aber es ist gar nicht das Darlehen, sondern der Vermögenswert. Stellen wir uns vor, du hast einen Vermögenswert von 500.000 und du hast noch 200.000 Darlehen. Da geht es nicht um das Darlehen, sondern da geht es um den Vermögenswert, ne, um die Differenz, die da jemand übernimmt. Und deswegen klärt das, solange alles noch gut ist, solange es rosig ist. Also vor der Investitionsentscheidung sollte man sich darüber Gedanken machen. Es gibt die unterschiedlichsten Möglichkeiten, aber dazu kommen wir bestimmt noch.
Caro: Ja, ich glaube, die meisten denken darüber gar nicht nach. Weil man ja nie irgendwie eine Scheidung oder eine Trennung haben will. Man denkt immer: Wir beide gegen den Rest der Welt, ne? Aber genau, haben wir nicht. Und zwar habe ich als Möglichkeiten mal aufgeschrieben: gemeinsames Behalten, einer übernimmt, Verkauf, Vermietung fortführen oder per Portfolio aufteilen.
Gemeinsam behalten: Klare Aufteilung von Grundbuch, Darlehen, Mieten und Kosten
Martin: Okay, fangen wir mit dem Ersten an. Was war das Erste? Gemeinsames Behalten. Okay, dafür müsste man es gemeinsam erwerben. Und das ist ja die Frage, wenn ich mich am Anfang dazu entscheide. Also, kommen wir dazu: Übrigens muss man das ja nicht unbedingt als Eheleute machen, ne? Man kann auch in der Partnerschaft gemeinsam eine Immobilie erwerben, oder es können auch Geschwister eine Immobilie erwerben. Da habe ich jetzt gerade einen Fall, das wird dann eine GbR. Da erwirbt dann jeder sozusagen ein Drittel der Immobilie, und das regelst du alles in diesem Vertrag, in diesem GbR-Vertrag.
Und genau das Gleiche kannst du auch aufschreiben, wenn du jetzt mit deinem Partner eine Immobilie kaufst und sagst: „Okay, bei dieser Immobilie kommen wir beide ins Grundbuch, wir kommen beide in den Darlehensvertrag, und wir zahlen das beide 50:50.“ So, dann ist das relativ einfach. Du kaufst die Immobilie für 250.000, die ist später 500.000 wert, du trennst dich und lässt die Immobilie weiter so laufen. Könntest du machen, dann stehen jedem 50 % der Mieten zu. Wenn was investiert werden muss, saniert werden muss et cetera, muss jeder 50 % tragen. Und die Kosten fürs Darlehen trägt auch jeder zu 50 %. Das ist sogar relativ einfach. Dann kriegt auch jeder seine Bescheide, jeder zahlt 50 % der Grundsteuer, diese ganzen Themen. Das wird von vornherein geregelt, das ist das Sauberste, was du machen kannst. Genau. Wenn du jetzt ein Gemeinschaftskonto hast, das kommt auch oft vor, da muss man sich einfach nur bewusst sein …
Kinder und Care-Arbeit: Warum beide Partner Vermögen aufbauen sollten
Martin: Jetzt gehen wir einen Schritt weiter: Mann und Frau kaufen heute, die Frau wird schwanger, das Kind kommt, vielleicht das erste, vielleicht 2 Jahre später das zweite und so weiter. Und diese Immobilie haben sie 50:50 gekauft. Dann muss sich derjenige, ne, der dann arbeitet … Also keine Ahnung, der Mann kümmert sich um die Kinder, die Frau kümmert sich um … Egal, welches Modell man wählt, ne: Einer macht weniger, der andere kann dafür frei arbeiten, und man entscheidet sich, einer soll wirklich zu Hause bleiben und sich um die Kinder, um die Erziehung kümmern, von mir aus. Da muss man sagen: „Okay, komm, dann trage ich das trotzdem mit.“ Wäre ja auch unfair, ne, so nach dem Motto: Du kriegst die Kinder, bleibst zu Hause. Also ich glaube, da sind wir raus, das war früher mal so, ne? Ich glaube, heute gibt es sehr viele selbstbestimmte Frauen, die auch nach einer Schwangerschaft wieder arbeiten wollen. Oder ich hätte jetzt einen … Können wir gleich noch mal drauf kommen, erinnere mich bitte an ein Pärchen, das ich letztens nach einer Veranstaltung hatte, das war super spannend. Das muss man einfach nur klar managen, ne? Und dann ist es auch in Ordnung, wenn es dann der eine komplett trägt, aber der andere trotzdem damit zu 50 % Vermögensaufbau betreibt, finde ich persönlich. Denn derjenige, der sich um die Kinder kümmert – das ist ja auch Arbeit –, der hält dem anderen da den Rücken frei. Das ist es eben, und das muss man einfach nur geregelt haben. Kurzum.
Vermietung fortführen: Wenn sich die Immobilie wirtschaftlich rechnet
Caro: Kurzum. Okay, was hältst du davon, wenn man einfach die Vermietung fortführt, wenn man es laufen lässt?
Martin: Na, wenn es eine wirtschaftlich sinnvolle Anlageentscheidung ist, und so sollte es grundsätzlich sein, dann hat sich ja diese Immobilie schon … Ich habe ja das Beispiel genommen, ne, von 250.000 vielleicht mittlerweile auf 500.000 entwickelt. Die Mieten haben sich entwickelt, es ist wirtschaftlich sinnvoll. Und dann macht es halt jeder zu seinem Anteil für sich steuerlich geltend und so weiter und so fort. Es macht absolut Sinn, das zu tun. Das, was man viel hört … Das war ganz spannend, ich habe meine Brücke noch im Kopf, wenn ich da …
Caro: Ist das jetzt der Reminder?
Martin: Das ist mein eigener Reminder, der gerade hochkommt.
Praxisbeispiel Ehegattenschaukel: Wem gehört die Immobilie, wenn beide zahlen?
Martin: Ich hatte eine Veranstaltung, durfte dort referieren, und da ging es um das Thema Makroökonomie und Marktentwicklung am Immobilienmarkt und darum, warum es heute halt sinnvoller ist, dort zu investieren, als noch vor 10 Jahren. Und da war ein junges Pärchen dabei, kam danach zu mir und sagte: „Fanden wir super“, weil ihr Thema die Ehegattenschaukel war. Ja, das ist eine Möglichkeit. Was ist diese Möglichkeit der Ehegattenschaukel? Also stellen wir uns vor, ich habe eine Immobilie. Dann ist das sinnvoll, wenn die Immobilie bezahlt ist, ne, oder abgeschrieben ist, und wir beide werden jetzt verheiratet. Also es geht dann nur bei Verheirateten. Mir gehört die Immobilie aber schon alleine. Dann kann ich dir diese Immobilie verkaufen. Das Geld dafür muss nicht fließen, das Einzige, was fließen muss, ist der Zins. Der Vorteil ist aber: Wir können die Immobilie gemeinschaftlich wieder steuerlich geltend machen und aktivieren. So, also kurzum.
Und das haben die beiden auch verstanden und kamen danach: „Ich möchte da mal eine Frage …“ und so weiter und so fort. „Das fanden wir super spannend, wir sind ein Pärchen und so, und deswegen überlegen wir, vielleicht eine Immobilie zu kaufen. Macht es Sinn“, sagte sie, „dass nur mein Mann diese Immobilie kauft, weil er sie mir ja dann in 15 Jahren oder in 10 Jahren für einen erhöhten Preis verkaufen kann, also mit der Wertsteigerung, die sie erlebt hat? Und dann können wir die neu steuerlich geltend machen“ und so weiter und so fort. Und da habe ich gesagt: „Na ja, die Frage ist ja, ob das alles in 15 Jahren gut funktioniert. Ja, aber zahlt Ihr Mann denn ausschließlich die Immobilie, oder zahlen Sie mit? Was verdienen Sie denn?“ Und er sagt: „Na ja, gehen Sie mal davon aus, wir verdienen [unverständlich].“ Ich würde sogar sagen, der eine verdient ein bisschen mehr als der andere. Und dann schmunzelt sie. Ich sage: „Okay, und dann stelle ich mal fest: Sie verdienen vielleicht ein bisschen mehr.“ – „Ja, mag sein.“ Und dann sage ich: „Na, jetzt ist doch die Frage: Stellen Sie sich mal vor, Sie trennen sich nach 12 Jahren. Wem gehört die Immobilie? So, wer hat sie mitbezahlt?“ Sagt sie: „Ich.“ – „Okay. Wenn ich jetzt Ihr Berater wäre, könnte ich Ihnen dazu nicht raten, auch wenn das Thema Ehegattenschaukel natürlich spannend sein kann. Wenn man es richtig ausspielt, könnte man darüber nachdenken. Haben Sie Kinder?“ – „Ja, eins.“ Dann sage ich: „Okay.“ – „Noch, ja, es könnte auch noch eins kommen.“ Sage ich: „Okay, vielleicht ist es sogar sinnvoll, dass Sie einfach mehrere Optionen haben. Wenn Sie vom Einkommen her gut sind, nehmen Sie doch 2 kleinere Immobilien.“ Weil sie über ein Investment um 500 nachgedacht hatten, 600, sagten sie, könnten sie ja noch, mit ein bisschen Eigenkapital und so weiter.
Dann sage ich: „Vielleicht machen Sie einfach 2 kleinere Immobilien. Ihr Mann kauft eine, Sie kaufen eine, jeder macht die für sich steuerlich geltend. Wollen Sie weiterarbeiten?“ Sagt sie: „Ja, auf jeden Fall, ich gehe jetzt auch schon wieder arbeiten und so.“ – „Alles gut. Dann können Sie in 20 Jahren, wenn alles rosig ist, immer noch sagen: Wir verkaufen untereinander, wir verkaufen an die Kinder oder das Kind und so weiter und so fort. Sie haben alle Optionen.“ Und das finde ich halt spannend, ne? Und das ist oftmals das, was man bei der Scheidung erlebt: Man hat es vorher nicht sauber geregelt, und dann kommt der Stress: „Ja, aber ich bin zu Hause geblieben, damit du die Vermögenswerte aufbaust“ und blablabla, also so ein Kram, ja.
Bis zum Pfannenwender: Wie ein Paar alle Anschaffungen in einer Excel-Liste regelt
Martin: Und deswegen managt das lieber und regelt das mit allen Vermögenswerten, ne? Es geht ja nachher auch um die gemeinsame Wohnung: „Ich habe das Sofa gekauft, das ist mein Sofa.“ – „Aber ich habe den Küchentisch, und ich will aber in der Wohnung drin bleiben.“ – „Ja, der nimmt doch den Küchentisch mit“, oder keine Ahnung was, ne? Also da wird es emotionaler. Und deswegen fangt da an … Das kannst du auch regeln. Bekannte von mir haben das wirklich geregelt. Die schreiben sich alles in eine Excel-Liste, sind seit 15 Jahren zusammen. Da wird entschieden: Kaufst du den Küchentisch, dann ist es deiner, kommt in die Excel-Liste. Kaufe ich das Sofa, ist das meins. Alles steht in der gemeinsamen Wohnung. Also das ist wirklich krass, ich glaube, da sogar bis zu Töpfen und Pfannenwender.
Caro: Oh Gottes willen. Ja, okay, [unverständlich] verstehe ich ja. Genau, genau, bis ins kleinste Detail, da …
Martin: Muss man ja … Das ist dann wirklich das, was jeder wieder möchte, ne? Aber im Endeffekt musst du ja sagen: Bist du damit im Reinen, ne? Nur ich kann es einfach sagen: Bei denen wird auf gar keinen Fall … Selbst sollten sie … Nein, nein, die werden sich nicht trennen, das ist alles total super, ne, also gar keine Frage. Aber selbst wenn, dann kommt die Excel-Liste raus, und es wird klar geregelt.
Caro: Wahnsinn.
Martin: Ich weiß nicht, vielleicht haben sie sogar ein Restwertgutachten oder so was, was der eine dem anderen noch auszahlen müsste, oder so. Aber bei der Immobilie grundsätzlich: [unverständlich] am Anfang und sag auch: Wir machen von mir aus 50:50 oder so was, ne? Oder selbst wenn einer sagt: „Ja, aber ich kann nicht so viel“, dann machen wir halt 60:40 oder irgendwie so was. Aber regel das klar.
Caro: Mhm. Am besten je nachdem, wie das Einkommen der beiden ist, das wäre auch am logischsten, oder? Also wenn zum Beispiel auch noch eine Finanzierung drauf wäre.
Martin: Ja, könntest du auch machen, könntest du auch machen, das Ganze nach Einkommen gestalten. Aber du könntest auch sagen: „Nee, ich möchte aber trotzdem 50, weil ich mir das leisten kann.“ Da managt man das halt, ne, und sagt: Man kauft in 3 Jahren die nächste und so. Und jetzt kann man natürlich sagen: Ja, hier eine Schaukelthematik, wer noch steuerlich optimiert, wenn dies, das, jenes. Nur, ich würde nie etwas … Also das ist ja auch die Logik, ne? Wenn jetzt dein Partner sagt: „Du, pass auf, Caro, ich kaufe mir eine Immobilie, ich bezahle die auch, und das ist mein Vermögenswert. Und klar, sollten wir ewig zusammenbleiben und ich kriege daraus immer eine Miete, profitierst du ja auch davon, ist okay. Aber ich zahle diesen Vermögenswert, Feierabend, aus, möchte es gern alleine machen“, dann ist es ja auch ehrlich kommuniziert. Da hast du damit nichts zu tun.
Heimliche Kapitalanlagen: Wenn der Partner nichts vom Immobilienkauf wissen soll
Martin: Ja, aber ich kann dir aus meiner Erfahrung sagen, das ist ganz witzig – ich nenne ja keine Namen –, ich habe sogar schon mehrfach Kunden gehabt, da war es wichtig, dass der Partner nichts davon erfährt, was die hier kaufen oder bei mir kaufen.
Caro: Ach krass, wirklich? Und teilweise haben sie das so im Geheimen gemacht?
Martin: Ja: „Mein Mann arbeitet“, blablabla, auch Frauen. „Mein Mann arbeitet, aber ich möchte eine Kapitalanlage. Ich habe Geld gespart und so, das hat der aber alles nicht, das haben wir sehr strikt getrennt. Das weiß der auch gar nicht. Ich möchte auch nicht, dass der weiß, dass ich eine Immobilie kaufe, und ich kaufe jetzt dann eine Immobilie.“
Caro: Oh Gottes willen, das könnte ich nicht.
Martin: Ja, aber ich sage mal: Wenn das einer für sich alleine macht, macht er das für sich alleine, ist ja nicht schlimm.
Caro: Ja, aber ich würde es ja nicht verheimlichen, das könnte ich nicht.
Martin: Ja, das habe ich auch nicht verstanden. Ja, es war wichtig. Aber ich weiß auch nicht, vielleicht gibt es dann demnächst ein Pilzragout, ne: „Muss der so rot sein?“ – „Ja, ja, der ist bestimmt gut, probier du mal als Erstes.“
Verkauf und Wertermittlung: Warum jeder Partner einen eigenen Gutachter bestellen sollte
Caro: Okay. Was hältst du vom Verkauf der Immobilie?
Martin: Auch das würde ich von vornherein in so einem, von mir aus, Ehevertrag … Nenne es, wie du möchtest, ne? Ich glaube, grundsätzlich ein Ehevertrag oder so was. Das kann jeder sehen, wie er möchte. Ich weiß aber auch, dass viele sagen: „Nein, auf gar keinen Fall, es ist alles so toll“ und lalala. Du regelst ja nur die Dinge, wenn es nicht funktioniert. So, hoffentlich brauchst du das Teil nie, das ist ja wirklich die Erwartung. Aber lass uns darüber sprechen: Sollte dem so sein, was ich nie glaube, aber was wäre, wenn? Dann haben wir das doch geregelt. Und das Gleiche wäre doch, wenn ich versterbe: Wer soll was kriegen, oder keine Ahnung. Regel das zu Lebzeiten, regel das, wenn du dich gut verstehst. Und dann mach genau da die Punkte rein: Wenn wir uns trennen, einigen wir uns darauf, gibt es die Option, die werden wir besprechen.
Habe ich auch schon erlebt, fühlte sich der eine … Das sind so kleine Fehler, ne? Das war allerdings beim Eigenheim, ist aber auch ein großer Vermögenswert. Und der eine wollte drin bleiben, und die andere wollte raus. Und dann hatten sie aber immerhin schon vereinbart, dass das Haus bewertet wird. Also: Was ist das Haus heute wert, wie viel Darlehen ist drauf? Das ist ja der Vermögenswert, und der Vermögenswert wird dann nach dem Schlüssel geteilt, 50:50 als Beispiel. Wie wird dieser Wert festgestellt?
Caro: Gutachter.
Martin: Genau. Wer bestellt den Gutachter?
Caro: Na ja, in dem Fall, also …
Martin: In dem Fall kann ich es dir sagen. Wenn man das geregelt hat … In dem Fall war es anders. Er, die Partei, die im Haus bleiben wollte, hat den Gutachter bestellt. Die kennen sich, Best Buddies. Und die Immobilie war auf einmal weniger wert als das, was die andere Partei gedacht hat. Also hat die andere Partei weniger Geld als Auslöse sozusagen für diese Immobilie gekriegt. Und damit geht es schon los, ne? Hätte man gesagt: „Du, pass auf, du bestellst einen Gutachter, ich bestelle einen Gutachter, und wir nehmen genau den Mittelwert.“ Denn was wird passieren? Vielleicht kennst du einen besser. In deiner Interessenlage wird er, wenn du in dem Haus bleibst, den Wert wahrscheinlich eher schlecht bewerten. Wenn ich im Haus bleibe, würde meiner das auch machen. Andersherum würde aber der andere das gut bewerten. Und dann bilden wir einfach einen Mittelwert, das ist doch fair. Und dann sagt jeder: „Ja, stimmt.“
Und solche Dinge mitzudenken, vielleicht sogar mit dem Berater zu besprechen: Was passiert bei einer Scheidung, bei einer Trennung, was passiert bei Tod und so weiter? Wobei, wenn du [unverständlich] bist, gilt halt die gesetzliche Erbfolge und so weiter. Da gibt es dann ganz andere Themen: dass die Kinder vielleicht nicht auf ihrem Zwangsanteil bestehen und so weiter, dass der Partner das dann erst mal behält, solche Themen. Aber grundsätzlich bei Scheidung: Regel das vorher. Regel, wie der Wert festgestellt wird. Regel: Wenn wir uns trennen, wird diese Immobilie auf jeden Fall verkauft. Wenn einer die behalten möchte, dann Szenario X. Wollen wir sie beide behalten, Szenario Y: Wir tragen je nach Aufteilung, in unserem Fall 50:50, sämtliche mit der Immobilie verbundenen Kosten, und sämtliche Abschreibungen stehen uns anteilig 50:50 zu. Dann ist das sauber, weißt du? Das ist alles easy. Und dann ist es egal, ob du verheiratet bist oder mit dem Partner lebst, ne, oder keine Ahnung was. Das ist sauber in diesem Ding geklärt. Und wenn es ein Vermögenswert ist, ja, dann lass ihn doch weiterlaufen. Du hast dich ja dafür entschieden, weil dieser Vermögenswert, was weiß ich, deinen Lebensabend sichern, deine Zusatzrente aufpolstern soll, keine Ahnung was. Also es gibt ja einen Grund, warum du das getan hast. Und wenn die Anlage sauber ist, ja, ist doch super, dann läuft sie für dich zu 50 % sauber weiter.
Caro: Ja.
Martin: Genau, das ist es.
Auf Wolke 7 regeln: Warum Absprachen im Streit kaum noch möglich sind
Caro: Auch wenn es unbequem ist. Aber ich finde, in vielen Dingen sollte man vorab alles besprechen.
Martin: Ja, es ist unbequemer, wenn du das machst, wenn du Stress hast. Wenn du sagst: „Boah, mein Partner hat mich betrogen, mit meinem besten Freund, mit der besten Freundin“, keine Ahnung was, Gärtner, Poolboy, was auch immer, ne? Oder es kann ja auch Sonstiges sein, ne: Man hat sich auseinandergelebt. Oder man muss ja auch nicht im Streit sein, ne? Wenn du nicht im Streit auseinandergehst, ja, ist doch super, dann ist das easy zu regeln. Nur worst, worst case: Stress, Streit, „ich rede mit dem kein Wort mehr“, blablabla, „der hat den hier, die Immobilie, die will der behalten, der macht sich nur die Taschen voll“, oder die. Und das ist doch genau das. Regel das einfach, wenn du happy und glücklich auf Wolke 7 schwebst, und sag: „Ey, ich kann mir das mit dir überhaupt nicht vorstellen, dass das in den … Gedanken. Ich möchte aber nur, dass wir es vorher geklärt haben. Weil ich möchte nie mit dir total zerstritten auseinandergehen, weiß der Geier was.“ Und dann wird ja der Partner sagen: „Ja, will ich doch auch nicht.“ Ja, super, dann lass es doch gleich … Weil, wollen wir uns nachher selbst, wenn das nach 20, 30 Jahren passiert, wegen so einem … auf gut Deutsch, wollen wir damit nachher hinten raus Stress haben? Nee, wollen wir nicht. Ja, genau, und dann sagst du: „Dann lass uns das doch gleich festhalten.“
Caro: Das müssen wir auch noch klären. Und eigentlich will man ja dann keinen Kontakt mehr haben, und dann muss man sich über so was dann noch irgendwie …
Unverheiratet mit gemeinsamem Eigenheim: Was im Todesfall mit dem Anteil passiert
Martin: Aber das Witzige wäre wahrscheinlich, dass derjenige, wer auch immer, der Partner, sagen würde: „Ja, aber bei mir wird das nie passieren.“ – „Das stimmt, stimmt, das glaube ich auch nicht. Aber stell dir mal vor, das wird bei mir passieren.“ – „Nein, das kann ich mir auch nicht vorstellen.“ – „Ich auch nicht. Deswegen sage ich ja: Wir brauchen dieses Dokument wahrscheinlich nie, deswegen lass uns das jetzt regeln. Was wäre denn dann?“ Weil das ja auch, keine Ahnung, Vermögenswert für dein Alter ist. Oder nächstes Thema, ne, auch krass: Stell dir vor, ich baue diesen Vermögenswert auf, ne, oft Eigenheime, aber man ist mit seinem Partner zusammen, nicht verheiratet, und man erwirbt zusammen ein Eigenheim.
Caro: Ja, das kann ja auch sein.
Martin: Ja, so, jetzt gehen wir da aber noch durch. So, und jetzt stell dir mal vor, du kaufst mit deinem Freund zusammen ein Einfamilienhaus.
Caro: Mhm.
Martin: So, jetzt verstirbst du. Wem gehört das, wem gehören deine 50 %? Ja, also automatisch, Caro, deinem Freund nicht, kann ich dir gleich sagen. Sondern dann gibt es die gesetzliche Erbfolge, und vielleicht, wenn es denn, was weiß ich, deine Eltern noch sind, oder keine Ahnung, ne … Nehmen wir mal deine Eltern, und deine Eltern finden den auf einmal doof, weil die gesagt haben: „Ey, der hat doch unserer Tochter Caro das Pilzragout gekocht“ – ne, das ist eine schöne Folge heute, da freue ich mich richtig drüber –, also zack, dann würden die sagen: „Nee, ich will auf gar keinen Fall, dass der da drin bleibt, der soll uns auslösen, und die Hütte hat einen Wert von X, und unser Gutachter …“ Und noch mal das drauf, und bis in die letzte Instanz. Regelt es einfach, solange alles …
Caro: Ja, gar nicht, wenn man sich das …
Martin: Nein, du würdest einfach sagen: „Oh, mein Freund und ich wollen die Immobilie zusammen kaufen, und wir kaufen auch 50:50, weil das unser Eigenheim ist.“ Jo, was ist, wenn der verstirbt und dann erben seine Eltern oder sein Bruder, der dich nicht mag? Oder die gibt es auch nicht mehr. Das muss ja nicht heute passieren, nicht in 10, vielleicht in 15, in 20 Jahren. Ihr heiratet nie. So, und dann musst du da raus, weil der sagt: „Die will ich ja nicht drin haben.“ Oder: „Nee, dann müsste die für meinen Teil Miete zahlen, und ich würde das so sehen, dass die Miete jetzt aber mal richtig erhöht wird, und ich passe die auch alle 2, 3 Jahre an, weil es für mich jetzt eine Anlage ist.“ Und weißt du, es können da echt Dinge passieren, wo du sagst: „Wow, habe ich gar nicht dran gedacht.“ Genau, und das macht man so aus dieser emotionalen Entscheidung heraus: Wir sind beide so happy, und jetzt kaufen wir das.
So, und macht euch vorher Gedanken: Was passiert im Worst Case, wie ist der Worst Case geregelt? Beim Eigenheim ist es super dramatisch, wirklich, kann ich dir aus allen Erfahrungen sagen und aus allem, was ich je erlebt habe. Aber bei der Kapitalanlage ist es halt genauso. Mach dir von vornherein Gedanken: Wer bezahlt das, wem gehört das? Und man könnte ja auch sagen: „Nee, wir sind jetzt verheiratet, wir haben Kinder. Ich möchte trotzdem, dass 50 % dieser Immobilie, auch wenn ich alles bezahle, meiner Partnerin gehören oder meinem Partner.“ Weil derjenige sich um die Familie, um die Kinder kümmert und so weiter und so fort, natürlich nicht das Einkommen hat, aber trotzdem für sich einen Vermögenswert schaffen soll. Denn das erlebt man auch oft: Dann kommt die Trennung, und der eine, der vorher gutes Geld verdient hat und so weiter und so fort, der denkt jetzt … Viele Leute sagen: „Martin, das darfst du nicht sagen.“ Mensch, ey, Mist, ne: „So, ich baue mir doch mein Vermögen auf.“ Nee, das ist Quatsch. Also auch wenn der Partner zurücksteckt und so weiter und so fort, hat er – nur meine persönliche Meinung – auch einen Anspruch auf den Vermögenswert. Man hat sich diese Familie gemeinsam ausgesucht, man hat sich die Kinderplanung gemeinsam ausgesucht und so weiter und so fort. Dann sucht man sich auch den Vermögensplan gemeinsam aus und regelt, was dann passiert. So, Caro, du hast jetzt also ein To-do, wa? Guck mal, nach 10 Jahren sind wir wieder …
Caro: Soll ich mir jetzt eine Immobilie kaufen, oder?
Martin: Nee, du solltest das mit deinem Partner auf jeden Fall …
Caro: Das mache ich ja sowieso. Ich weiß als gelernte Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte, wo da die Tricks sind. Deswegen auch so Dinge wie eine Generalvorsorgevollmacht. Ja, wichtig, ja, absolut. Also, ne, hoffe ich, ich brauche die nie, aber auch das.
Vollkasko fürs Auto, aber kein Plan für die Immobilie
Martin: Und das Spannende ist, wenn ich das mal vergleichen darf, ne: Die Menschen, die in Kapitalanlagen oder in Immobilien investieren – nehmen wir einfach mal Immobilien –, die machen sich über diesen Worst-Worst-Case keine Gedanken.
Caro: Macht ja auch niemand.
Martin: Aber weißt du, wo? Du kaufst dir ein Auto, nein, ein neues Auto: „Das muss ich vollkaskoversichern. Wenn ich gegen den Baum fahre“, blablabla, „dann habe ich vielleicht einen Schaden über 2, 3, 5000. Oder ich fahre irgendwo beim Einparken gegen.“ Nein, also das Auto am liebsten, ne, das muss dann voll, Selbstbeteiligung am liebsten gar keine. Ist ja so, weißt du, dann gibst du dafür richtig Geld aus. Aber bei der Kapitalanlage, die dein Alter sichert, die dir einen Vermögensstock aufbauen soll, mit der Mieterbeteiligung, der steuerlichen Kompensation, diesen ganzen Dingen, also einem richtigen Vermögenswert, da macht man es einfach. Es ist doch der Wahnsinn.
Fazit: Vermögenswerte bei Trennung und Scheidung frühzeitig sauber regeln
Martin: Ja, genau, und deswegen, zur Eingangsfrage: Bei Scheidung, Trennung et cetera: Regel die Dinge vorher. Ich wünsche das wirklich allen da draußen, dass es nie passiert. Aber wir haben tagtäglich … Solange wir jetzt hier über dieses Thema sprechen, haben wir in Deutschland wahrscheinlich zigtausende Scheidungen, Trennungen und so weiter und so fort. Und der größte Stress, den du damit hast, sind die Kinder, das ist das Erste, wenn gemeinsame Kinder da sind. Und das Nächste sind die Vermögenswerte. Und Immobilien sind einer der größten Vermögensbausteine überhaupt. Ich sage mal, 9 von 10 vermögenden Menschen sind entweder mit oder durch Immobilien vermögend geworden. Das muss man halt aber betrachten. Und deswegen ist es wichtig, genau diese Vermögenssachen bei Scheidung, Trennung et cetera vorher sauber zu regeln. Caro, noch eine Frage?
Caro: Ich habe keine Frage.
Martin: Du bist zu still geworden. Ja, du gehst jetzt schon im Kopf durch und sagst: „Okay, wir müssen heute Abend zu Hause sprechen, wann ist er da?“
Caro: To-do 1: Verträge. To-do 2: Excel-Liste, was gehört mir, was gehört ihm?
Martin: Ja, aber na ja, gut, ich sage mal so, ne: Beim Sofa kannst du es kompensieren, ne? Wenn er sagt: „Ich habe es bezahlt“, und der andere sagt: „Ich habe es bezahlt“, ja, dann machst du Schnick, Schnack, Schnuck. Dann reden wir über eine 1000-Euro-Entscheidung. Aber es ist genau das Ding: Vermögen ist Immobilie, und genau um den Vermögenswert wird nachher gestritten, emotionsloser als beim Eigenheim. Ja, ne? Und wir sind ja bei „Hinter der Fassade“, ich sage mal, der Podcast für Kapitalanlagen. Deswegen kann ich nur sagen: Auch beim Vermögenswert Kapitalanlage – das Eigenheim ist keine Kapitalanlage, aber bei der Kapitalanlage Immobilie –: Regelt das vorher, ganz klar.
Caro: Okay, in dem Sinne: fertig machen. Ich hoffe, ihr da draußen auch. Ja, wir haben heute wieder einiges gelernt.
Martin: Ja, ich glaube, also sprecht es einfach durch, ne? Und das ist dieses Emotionale. Ich darf noch einmal kurz die Schleife zu dem Pärchen drehen. Das war wirklich … Vielen Dank, sollten die beiden das da draußen hören, wissen sie ja, dass sie gemeint sind. War ja auch erst jetzt, und wir standen noch sehr lange am Flipchart, da bin ich hin und habe ihnen was aufgeschrieben. Und sagt sie: „Ja, weil wenn wir das so machen, und dann macht er das halt …“ Und das war genau dieses, ne: „Nee, dann macht er das halt, und dann kann er es ja später nicht verkaufen, dann habe ich ja nur …“ – „Zahlen Sie es jetzt mit? Ja, warum sollten Sie für etwas bezahlen, wofür Sie keinen Gegenwert haben?“ Und dann war da dieses: „Oh, stimmt.“ Dann sage ich: „Wenn ich Ihr Berater wäre, würde ich nicht dazu raten.“ Also sehr nett, ne: „Dann lassen Sie uns zusammen auch noch eine kaufen, Sie bezahlen sie mit, mir gehört sie.“ Also so ein Quatsch, das würdest du sonst nie machen. Und das ist dieses: „Ach nee, es ist alles so schön.“
Und genau in dieser schönen Phase mach dir Gedanken darüber, was passiert, wenn es mal richtig, richtig mies läuft, ne? Was ist, wenn du dich trennst, Scheidung? Wenn du mit deinem Partner zusammen bist, aber nicht verheiratet, auch diese Themen betrachten, ne? Dann kommt so was wie Tod und Erbe sicherlich auch dazu. Regel das von vornherein. Du kannst ja auch sagen: „Nö, sollte ich versterben, mein Partner, nicht verheiratet, dann kann mein Partner die 50 % der Immobilie vorab erwerben, der hat das Vorkaufsrecht. Es gibt einen neutralen Gutachter, der wird bestellt, stellt den Wert fest, und den Differenzausgleich kriegen meine Hinterbliebenen.“ Ist ja auch okay, ne? Oder du sagst: „Nee, das soll der geschenkt kriegen, weil ich den so toll finde, da habe ich gerne die letzten 20 Jahre bezahlt“, keine Ahnung.
Caro: Regelt es. Da gibt es einige Optionen, jeder so, wie es passt.
Martin: Ja, und ansonsten gibt es dafür Rechtsanwälte und Notare, ne? Und das ist gut investiertes Geld, das einmal sauber aufzuschreiben, festzuhalten, und dann legst du es weg und brauchst es hoffentlich nie wieder. In dem Sinne, Caro, vielen Dank. Du bist so still geworden.
Caro: Hallo, ich höre dir gerne zu, deinen Geschichten.
Martin: Es ist schön. Ich dachte, du gehst jetzt wirklich im Kopf schon die Dinge durch.
Caro: Nee, nein, nein, alles gut.
Martin: Dann würde ich sagen …
Caro: Lasst ein Abo da, bewertet uns, und wir hören uns beim nächsten Mal.
Martin: Ja, vielen Dank, und nochmals zum Schluss: Danke, Caro, für die 10 Jahre. Bis bald.
Caro: Auf weitere 10 Jahre, Martin.
Martin: [unverständlich], ja. Wollen wir es hoffen, dass uns da nicht irgendwie was scheidet, in dem Sinne.
Caro: So haben wir es schön gesagt. Bis dann, bis dahin, ciao.
Martin: Dass uns nichts weiter scheidet.
