In dieser spannenden Folge von Hinter der Fassade – dein Podcast für Anlage-Immobilien nimmt uns Immobilienexperte Martin mit auf eine Zeitreise durch seine Investment-Karriere. Claire stellt ihm die Fragen, die jeder Immobilieninteressierte brennend wissen will:
- Seine erste Immobilie – war sie ein Glücksgriff oder ein Fehlkauf?
- Hat er schon mal einen richtig schlechten Deal gemacht?
- Welche Strategien hat er früher verfolgt, die er heute nicht mehr empfehlen würde?
- Wann war der Moment, in dem er wusste: Ich kann von Immobilien leben?
Dazu gibt es persönliche Einblicke: Lebt Martin selbst zur Miete oder in den eigenen vier Wänden – und warum? Welchen Rat würde er seinem jüngeren Ich geben? Und welche Bücher oder Mentoren haben ihn geprägt?
Freut euch auf ehrliche Antworten, wertvolle Learnings und inspirierende Einblicke in die Welt der Anlage-Immobilien!
Transkript der Folge
Intro
Sprecher: Herzlich willkommen bei „Hinter der Fassade – Dein Podcast für Anlageimmobilien“. Hier tauchen wir ein in Chancen, Markttrends, aber auch Risiken des Immobilieninvestments. Ehrlich, direkt und immer auf den Punkt. Mach dich gemeinsam mit Claire und Martin bereit, hinter die Fassade zu schauen.
Persönliche Frage: Martins Highlight der Woche – Vortrag vor jungen Beratern
Claire: Hi Martin.
Martin: Hi Claire.
Claire: Wie geht es dir heute?
Martin: Ja, sehr gut, vielen Dank der Nachfrage. Ich hoffe, dir auch.
Claire: Mir geht es auch sehr gut. Ich freue mich auf die neue Folge. Heute wird es wieder ein bisschen persönlicher. Ich hoffe, du bist dafür bereit.
Martin: Ich lasse mich ja immer gerne überraschen.
Claire: Aber ich glaube, das ist wirklich das, was die Leute auch hören wollen. Bevor wir reinstarten: Wie war denn so deine letzte Woche? Was war dein Highlight? Das ist heute die persönliche Frage.
Martin: Okay – wer die anderen Folgen gehört hat: Da hat sich Claire wirklich tiefere Fragen überlegt. Wie war meine letzte Woche? Meine letzte Woche war hervorragend. Ich hatte einen Vortrag in einem relativ großen Forum, in einem jungen Bereich. Das war total spannend, weil eigentlich alles junge Berater waren, und ich durfte mal ein bisschen etwas über die Marktanalyse erzählen und darüber, wie man das Thema Kapitalanlage, also sinnvolle Kapitalanlage, beim Kunden präsentieren kann. Ein bisschen zum Thema Verkaufspsychologie und eigentlich eher zum Thema Mindset. Das war super spannend.
Claire: Mit jüngeren Leuten?
Martin: Ja, genau. Ich würde mal sagen, alle bis maximal 35. Und dann haben die abends eine Riesenparty gemacht.
Claire: Das ist gut.
Martin: Da waren, sage ich mal, wahrscheinlich alle so von 22 bis 35. Und dann haben die abends noch eine Riesenparty gemacht. Ich bin irgendwann um 4 Uhr verschwunden, und ich war mit Abstand nicht der Letzte. Mein Problem war, dass ich am nächsten Morgen um 8:30 Uhr schon wieder den ersten Termin hatte. Aber das ist halt super.
Claire: Das ist ja dein Leben.
Martin: Das war toll. Das war wirklich spannend, weil man einfach mal gesehen hat – das ist ja das, was wir hier oft als Thema haben –, dass bei jüngeren Menschen das Thema Kapitalanlageimmobilie viel mehr im Fokus ist.
Claire: Ja, und dass das wahrscheinlich auch mehr wird. Jetzt mit dem Zeitalter – ich weiß nicht.
Martin: Ja, ich glaube einfach, man ist ein bisschen offener. Das siehst du auch an anderen Dingen: Investments, also Direktaktien und so weiter und so fort, sind heute viel präsenter. Die Immobilie als Kapitalanlage auch. Man hat richtig gemerkt – zumindest kam es mir dort in dem Vortrag so rüber –, dass sie unheimlich stark daran interessiert sind: Wie sehen die Einflussfaktoren aus? Ist es eine wirtschaftlich sinnvolle Anlage? Welche Analysen müsste man erst mal fahren, damit man auch ein gutes Produkt hat? Das fand ich unheimlich spannend. Das sind ja auch Sachen, die wir hier machen, aber eben mit vielen jungen Menschen. Wenn einer von euch da draußen zuhört: Vielen Dank, ich habe mich sehr gefreut. Ich komme im Herbst oder nächstes Jahr gerne wieder, falls ich noch mal eingeladen werde.
Fragen an einen erfolgreichen Investor: Martins erste Anlageimmobilie
Claire: Ja, klingt sehr spannend. Das habe ich irgendwie gar nicht mitbekommen, dass du da unterwegs warst. Heute geht es um Fragen an einen erfolgreichen Investor – und das bist du.
Martin: Ach so, okay.
Claire: Und da habe ich mir mal ein paar Fragen überlegt, vielleicht auch rückblickend, was deine Vergangenheit angeht: Welche Immobilieninvestitionen hast du so getätigt? Was lief gut, was vielleicht eher weniger? Was würdest du jüngeren Leuten raten, wenn du jetzt vielleicht noch mal quasi an dieser Stelle stehen würdest? Wollen wir direkt reinstarten?
Martin: Ja, können wir. Aber ich habe mich gerade gefragt: „Was würdest du jüngeren Menschen raten?“ – heißt das jetzt automatisch, dass ich alt bin? Mein Geburtstag ist nicht mehr lange hin, aber okay, alles klar.
Claire: Es klang nur so. Nein, nein, so meine ich das ja nicht. Ja, dann lass uns loslegen. Die erste Frage, die ich habe: Was war deine erste Immobilie, und würdest du sie heute wieder kaufen?
Martin: Meinst du die Kapitalanlageimmobilie, die allererste? Ansonsten habe ich ganz klassisch zur Miete gewohnt.
Claire: Es muss nicht generell eine Kapitalanlage sein.
Martin: Ja gut, aber die erste Immobilie war eine Kapitalanlageimmobilie, weil es einfach wirtschaftlich sinnvoller ist, erst die Kapitalanlage zu erwerben und dann vielleicht das Eigenheim. Wobei mein Vermögensberater sagen würde – und das schätze ich an der Stelle sehr an ihm –: Eigentlich brauchst du nie Eigentum zu erwerben, sondern du mietest einfach immer die Dinge, die zu dir passen. Da hat er grundsätzlich auch recht. Die beste Vermögensentscheidung – oder eine der besseren – wäre sicherlich, grundsätzlich selbst zu mieten und Vermögensaufbau [unverständlich] zu betreiben.
Meine erste Immobilie ist schon ein bisschen her, über 20 Jahre, ja, knapp 20 Jahre. Darüber habe ich, glaube ich, im Podcast auch schon mal gesprochen. Das war eine Immobilie in Buxtehude, oben bei Hamburg. Ein ganz klassisches Bestandsobjekt, das ich damals mit einem Freund erworben habe – also meine allererste Immobilie. Würde ich sie heute wieder kaufen? Wenn ich jetzt einfach eine Zeitreise zurück machen würde, wäre ich ja nicht schlauer. Wenn ich schlauer wäre: Ja, ich würde sie kaufen, das würde ich tun.
Fehler beim ersten Immobilienkauf: Baubeschreibung, Bauüberwachung und Zahlungsregelung
Martin: Ich habe damals aber sehr viele Fehler gemacht. Bei der Immobilie war es so: Es war ein klassisches Bestandsobjekt, das saniert werden sollte, und es sollten zum Beispiel Parkplätze vor dem Objekt gebaut und außen Balkone angebaut werden. Worauf ich damals schon geachtet habe, war die Lage. Die Lage ist wirklich zentral, der Bahnhof super nah dran. Der Preis hat sich heute auch mehr als verzweifacht, das ist alles in Ordnung.
Nur habe ich damals, 2004, 2005 ungefähr, zum Beispiel Dinge und Einflussfaktoren nicht berücksichtigt. Ich habe [unverständlich] nicht vorgezogen, ich habe nicht genau auf die Baubeschreibung geachtet, ich habe keine laufende Bauüberwachung gemacht, und ich habe auch die Zahlung nicht geregelt. Da stand drin: so und so viel Geld für die fehlenden Balkone. Ja super, ich habe sie bezahlt, aber die Balkone kamen halt nicht. Sie wurden nicht angebaut, die Stellplätze wurden nicht geschaffen, und viele, viele andere Dinge wurden auch nicht gemacht.
Claire: Aber das hätte man zu dem Zeitpunkt nicht wissen können.
Martin: Ja, du hättest es aber anders regeln können. Wenn ich jetzt die Zeitreise zurück machen würde, würde ich sagen: Ich kaufe diese Immobilie wieder. Ich würde heute sogar sagen, ich würde mir den gesamten Block kaufen und nicht nur eine Wohnung, weil der ganze Block von der Lage her richtig gut ist. Selbst die Nanolage passt, das ist alles gut, das hat sich also perfekt entwickelt. Klar hätte man sagen können: Wenn Martin in der Zeit zurückreist – wäre da vor 20 Jahren nicht vielleicht Berlin-Mitte etwas gewesen? Das hat sich ja noch besser entwickelt. Ja, natürlich stimmt das. Also im Nachgang.
Claire: Aber hinterher ist man immer schlauer.
Martin: Da hätte man wahrscheinlich eher Bitcoins kaufen müssen. Das hätte man aber auch nicht ausgehalten, weil die zwischendurch auch ein, zwei Mal wieder so stark gefallen sind. Nur, wie gesagt, zu meiner ersten Immobilie: Ich habe es einfach nicht so gemacht, dass ich gesagt habe: „Okay, ich zahle das Geld für den Balkon erst, wenn der Balkon dran ist.“ Also gewisse Bindungen und Kaufpreisfälligkeiten erst dann, wenn … Das habe ich nicht gemacht, und deswegen habe ich mir da ein bisschen eine blutige Nase geholt. Im Nachgang ist die Immobilie natürlich trotzdem mehr wert, und die Mieten haben sich sozusagen mehrfach verdoppelt. Von daher ist das alles in Ordnung.
Der schlechteste Deal: Was Martin aus Buxtehude gelernt hat
Claire: Okay, Martin, so optimal klingt das jetzt auch nicht. Aber hast du schon mal so einen richtig schlechten Deal gemacht?
Martin: Also ganz ehrlich: Wenn ich im Nachgang so darüber nachdenke, würde ich sagen, der schlechteste Deal war wirklich das Thema in Buxtehude. Da habe ich einfach ganz viele Fehler auf einmal gemacht.
Claire: Vielleicht auch noch ein bisschen … wobei du schon erfahren warst, aber es war halt das erste Mal.
Martin: Ja, aber das war im Grunde genommen gerade, als ich angefangen habe. Ich habe mich 2002 zwar selbstständig gemacht, aber 2004 war eigentlich im Schwerpunkt das Thema Immobilie, und da kam gleich meine erste eigene Immobilie, und da kamen ganz viele Fehler. Klassisch beim Eigenheim habe ich auch ganz viele Fehler gemacht. Die waren im Endeffekt teurer – und das ist genau der Grund, den wir in der Folge „Eigenheim versus Anlage“ hatten –, weil es einfach größer ist.
Investmentstrategie: Langfristiger Plan statt Trends
Claire: Ja, okay. Gibt es eine Investmentstrategie, die du früher für gut gehalten hast, heute aber nicht mehr verfolgst?
Martin: Nein, eigentlich nicht. Das klingt immer so gut – eigentlich hast du gedacht: „Ja, da gibt es irgendwas, Martin, erzähl doch mal, was du geändert hast.“
Claire: Stimmt.
Martin: Ganz einfach erklärt: Ich habe mir schon relativ früh Gedanken darüber gemacht, wo ich eigentlich hinwill. Was ist eigentlich mein Ziel? Und das Ziel war, durch Immobilien Vermögen aufzubauen und aus den Mieteinnahmen später sozusagen meine Rente zu bestreiten. Also als Zusatzeinkommen, Zusatzrente – das kann man sehen, wie man möchte.
Und ich sage immer: Wenn man in einen Markt investiert, sollte man den Markt kennen. Dann solltest du wissen: Wie viele Wohnungen gibt es, wie viele Häuser gibt es, wie ist der Anspruch, wie ist höchstwahrscheinlich der Wohnraumbedarf in den nächsten 10, 20, 30 Jahren? Dazu gehört natürlich auch die Bevölkerungsentwicklung, mit der ich mich damals schon beschäftigt habe. Ich habe einfach nicht daran geglaubt, dass wir weiterhin in Dreigenerationenhaushalten leben, sondern dass es eher in Richtung kleinteiligerer Wohnraum geht. Und das hat sich bestätigt.
Allerdings – und das ist ganz wichtig – finde ich es erst mal wichtig, dass man eine Investment- und Anlagestrategie hat und sie auch konsequent verfolgt. Die kannst du jetzt auch nicht alle sechs Monate umschmeißen. Aber du musst dich natürlich immer wieder hinterfragen und das Ganze feinjustieren. Das würde ich jedem raten, der Investments oder Anlageimmobilien hat: immer in die Zukunft gucken und schauen, wie es dann dort aussieht.
Claire: Ja, das Leben verändert sich ja auch, und der Markt und die Trends und alles Mögliche. Da muss man sich ja schon ein bisschen mitbewegen.
Martin: Ja, im Endeffekt muss man sagen: Vielleicht bin ich zum Glück nicht jedem kleinen Trend hinterhergelaufen.
Miete oder Eigentum: Warum das Eigenheim Liebhaberei ist
Claire: Ja, einfach nur hinterfragen halt, wie du schon gesagt hast. Jetzt ein bisschen persönlicher: Lebst du in einer gekauften oder einer gemieteten Immobilie, und warum?
Martin: Ich habe ganz, ganz lange in einer gemieteten Immobilie gelebt. Das war einfach so, weil ich gesagt habe: Okay, ich miete mir das, was ich brauche, und so weiter und so fort. Ich habe auch selbst zur Miete gelebt, als ich meine erste Anlageimmobilie gekauft habe. Ich habe die Anlageimmobilie sozusagen vor meinem Eigenheim gemacht. Und mittlerweile wohne ich in einem Eigenheim, was total falsch ist. Das ist wirklich Liebhaberei, das ist emotional.
Bis ungefähr 30 habe ich zur Miete gewohnt, bis zum 30. Lebensjahr, das kommt ungefähr hin, und habe dann bereits zweimal Eigentum erworben, ganz klassisch, wie man es kennt. Allerdings habe ich das nie so gemacht wie das, was wir in einer Folge mit – ich komme immer wieder auf Sarah und Tom – hatten. Ich habe immer auf die Einflussfaktoren geachtet und meine Immobilie, mein Einfamilienhaus, auch direkt in der Stadt erworben und nicht gesagt: „Das kann ich mir jetzt nicht leisten, jetzt gehe ich lieber in ländliche Regionen.“ Das war im Endeffekt ein Vorteil. Der Nachteil war: Auch da kamen versteckte Kosten auf mich zu und so weiter. Aber ganz ehrlich: Das ist absoluter Luxus. Mir ist auch bewusst, dass das absoluter Luxus ist. Das Eigenheim ist keine sinnvolle Anlageentscheidung. Und zum Glück – toi, toi, toi – habe ich vorher schon mehrere Immobilien für mich erworben.
Claire: Ja, ich wollte gerade sagen: Du hast ja jetzt nicht das eine vor das andere gestellt. Du hast dich ja vorher schon darum gekümmert, dass du da …
Martin: Ja, das macht die Sache noch nicht besser.
Von Immobilien leben: Ein Plan bis 50
Claire: Ja, trotzdem. Wann hast du gemerkt, dass du von Immobilien leben kannst? Hast du es jemals gemerkt?
Martin: Ich habe ja gesagt, ich hatte immer einen langfristigen Plan. Als ich mich 2002 selbstständig gemacht habe, habe ich mir irgendwann aufgeschrieben, wo ich mit 50 Jahren stehe. Das war echt noch eine lange Zeit. Ich habe natürlich auch den Plan gefasst, wo ich in zwei, drei, vier Jahren stehe. Aber: Wo bin ich mit 50? Mein Ziel war es nie, bis irgendwie 67 … Ich habe immer gesagt: Ich mache mich nicht selbstständig und möchte dann bis 67, 70 arbeiten. Sondern wenn ich irgendwie 60 oder 70 Stunden die Woche arbeite, dann kann es ja nicht das Ziel sein, dass ich das bis 63 mache und mit 64 nicht mehr da bin. Also habe ich mir einen Plan gemacht, wo ich mit 50 stehen möchte.
Und das Interessante ist: Auch wenn du das vielleicht schon vorher erreichst – meinen Plan habe ich nicht geändert. Ich komme jetzt nicht darauf, dass ich irgendwie noch mehr will oder irgendwas, sondern irgendwann tauschst du halt Zeit gegen Geld und musst da ein bisschen hinkommen. Ich habe ja auch nie großartig irgendwie gearbeitet. Ich habe beruflich immer das gemacht, was mir Spaß macht und mich erfüllt, und deswegen musste ich, in Anführungsstrichen, nie arbeiten.
Claire: Das [unverständlich].
Martin: Danke, das ist auch etwas Schönes. Und das habe ich für mich relativ schnell gemerkt. Mit der Vermittlung ging das ja los, auch in den ersten Beratungen, jetzt mit Vorträgen und so weiter. Und wie gesagt: Ich habe 2004 die erste Immobilie gekauft und dann laufend weiter aufgebaut. Das kann ich jedem da draußen nur raten. Allerdings: Setzt bitte nicht alles auf Immobilien, das ist ja total falsch. Sondern man sollte mit einem vernünftigen Vermögensberater alles beleuchten, das habe ich auch gemacht. Aber bei mir ist der allergrößte Teil sicherlich ganz klar Immobilie.
Rat an das jüngere Ich: Mutiger sein und alle Einflussfaktoren prüfen
Claire: Ja. Dann habe ich noch eine Frage, die hast du schon ein bisschen beantwortet: Welchen Rat würdest du – vielleicht jetzt nicht den Jüngeren, ich sage das jetzt gar nicht mehr so, das ist total gemein …
Martin: Merkste, ne?
Claire: … aber deinem jüngeren Ich geben?
Martin: Ja. Und was der alte Mann heute dem Jüngeren sagt.
Claire: Deinem jüngeren Ich – das kann sogar ich sagen: meinem jüngeren Ich. Es gibt ja immer das Jüngere.
Martin: Lasse ich gelten. Meinem jüngeren Ich würde ich vielleicht raten, noch ein bisschen mutiger zu sein, die Anlageentscheidungen, die Anlageimmobilien vielleicht sogar ein bisschen früher zu machen. Also schneller kleinteiligeren Wohnraum zu erwerben und bitte, bitte, bitte immer auf die Einflussfaktoren zu achten. Und zwar auch keinen weglassen. Also nicht sagen: „Boah, die sechs sind gut, die zwei sind schlecht, aber sechs ist ja toll“, sondern nein: Alle müssen passen und auf jeden Fall in eine gute Richtung gehen. It's a hell yeah or a no.
Prägende Personen: Was Vermögensaufbau mit Verzicht zu tun hat
Claire: Gibt es denn ein Buch oder eine Person oder irgendetwas da draußen, das dich auf deiner Investmentreise besonders inspiriert hat?
Martin: Oh Gott, das ist jetzt wirklich eine sehr persönliche Frage.
Claire: Das finde ich wirklich spannend. Denn irgendwann muss es ja angefangen haben, dass du richtig inspiriert wurdest. Vielleicht auch von dir selbst, ne? Aber meistens ist das ja …
Martin: Das ist jetzt Lebensgeschichte, das ist ganz spannend. Sollte mein Papa irgendwann diesen Podcast hören …
Claire: Das wäre toll, ne?
Martin: Das weiß ich noch gar nicht, muss ich mal fragen. Aber sollte er das tun, dann würde ich ihn jetzt erwähnen. Ich glaube natürlich, das sieht man erst im Nachgang. Grundsätzlich werden alle Kinder irgendwo von den Eltern geprägt. Mein Vater war leitender Finanzbuchhalter, mein Opa war Maurer. Für uns war immer klar, dass du irgendwie handwerklich etwas arbeiten musstest oder musst und willst. Ich scheue mich jetzt vor keiner Arbeit und habe auch schon bei meinen Wohnungen selbst mit angepackt. Das ist jetzt auch nicht das Thema. Und ich glaube schon, dass mich das auf der einen Seite natürlich geprägt hat.
Mein Vater hat mir ein paar Sachen … Das sind zwei Dinge, die muss ich erzählen, [unverständlich]. Erstens hat mein Vater mal gesagt: „Vom Geldausgeben ist noch keiner reich geworden.“ Ich glaube, das ist ein ganz wichtiges Thema, weil sich die meisten Menschen heute, glaube ich, nicht in Verzicht üben können. Sie wollen einfach auch das haben, was der Nachbar hat, was Freunde haben. Es geht alles schneller, höher, weiter, und jeder will überall mithalten.
Claire: Alle werden immer schwach.
Martin: Oder werden schwach, genau. Und sie sind nicht in der Lage, durch Verzicht zu sparen und Vermögen aufzubauen. Meine Eltern waren definitiv … Ich habe kein reiches Elternhaus, das war eine klassische Arbeiterfamilie. Und deswegen war das ein Thema. Wir hatten schräg gegenüber von meinen Eltern einen Nachbarn, der mehrfacher Millionär war und so weiter. Und ich habe gesagt: „Der kann mir doch mal eine Million abgeben, das merkt er doch gar nicht.“ Dann guckte mich mein Vater an und sagte: „Ich glaube, der hat nicht so viel Geld, weil er das oft gemacht hat.“ Also dieses: Haben kommt von Behalten. Und die einzige Sache, die du nicht vermehren kannst, ist erst mal Grund und Boden. Und das ist halt so diese – ich nenne es mal – ein bisschen [unverständlich] vom Maurer, von meinem Opa, und von meinem anderen Opa, der war Händler. Das passte, glaube ich, ganz gut zusammen. Das war sicherlich eine Person, die mich super, super geprägt hat.
Eine zweite Person war jemand … Es gibt bei mir, glaube ich, immer so fünf Leute – ich mache jetzt nicht alle fünf, sonst sagst du nachher wieder, der Podcast ist zu lang. Aber es gibt bestimmt fünf Personen, die mich in meinem Leben sehr stark geprägt haben, bei denen ich es auch weiß. Eine zweite war damals am Anfang – mittlerweile muss ich sagen, ein sehr guter Bekannter, ein richtiger Freund. Er war damals Vertriebsleiter bei einer Projektentwicklungsfirma, und wir haben dort damals die Immobilien verkauft. Er war ganz jung, er ist zwei, drei Jahre älter als ich, war aber noch viel mutiger. Der ist immer die linke Spur mit Vollgas gefahren, immer nur Vollgas. Weil er ein ganz klasse Vertriebler war, hat er sich die ersten Mehrfamilienhäuser erworben, die haben wir auch mit vermittelt.
Ich bin dort immer ein gern gesehener Gast und freue mich immer, wenn er mich nach Kitzbühel oder Mallorca einlädt, und es ist auch immer ein Zimmer in der Villa frei. Warum? Weil er seine Firma mittlerweile zu einem, ich glaube, knapp neunstelligen Wert, also größer als 100 Millionen, aufgebaut hat. Und das haben wir damals mit unterstützt. Das hat mich total geprägt, weil es immer diese linke Spur, die Überholspur, ist. Das ist überhaupt nicht meins, das funktioniert auch nicht auf Dauer, aber …
Claire: … man muss manchmal einfach auch Risiko eingehen, mutig sein.
Martin: Genau. Das war sicherlich ein Thema.
Buchtipps zum Vermögensaufbau: Die Psychologie des Geldes und mehr
Martin: Ansonsten hattest du ja auch noch nach Büchern gefragt, ne? Also ein spannendes Buch – ist das denn Werbung?
Claire: Buch oder Film kann es ja auch sein, ne?
Martin: Also ein Buch oder ein Film?
Claire: Also Bücher würden wir … „The Wolf of Wall Street“ jetzt vielleicht nicht?
Martin: Ja, nee, das wäre mir jetzt einfach zu …
Claire: Vielleicht gibt es ja irgendein Buch oder irgendwas.
Martin: Es gibt ein superspannendes Buch da draußen, das ich jedem empfehlen würde, der sich mit Vermögensaufbau beschäftigen möchte.
Claire: Kann ich ja verlinken.
Martin: Oh, das ist … dass es so gut ist. Das ist wirklich mega … Ach so, das hast du selbst auch noch nicht gelesen?
Claire: Nee, habe ich nicht.
Martin: Das Buch heißt „Die Psychologie des Geldes“.
Claire: Kenne ich nicht.
Martin: Superspannend. Solltest du mal lesen, „Die Psychologie des Geldes“. Das zeigt einfach Beispiele, wie es Leute geschafft haben, aber auch Leute, die es nach ganz oben und auch wieder nach ganz unten geschafft haben. Super interessant beschrieben, und genau diese Themen sind auch drin: Du musst durchhalten, du musst erst mal den Zinseszins nutzen und so. Das ist jetzt gar nicht auf Immobilien bezogen.
Dann habe ich von Malik, Fredmund Malik, glaube ich, „Führen, Leisten, Leben“. Das hat mir damals im Unternehmen unheimlich viel gebracht, als ich die ersten Mitarbeiter hatte: Wie führe ich überhaupt, und wie kriege ich das alles hin, also wie mache ich es vor? Malik war wirklich super. Dann gibt es noch so Verkaufsbücher, die du zwischendurch mal liest. Da muss ich an Roger Rankel denken, auch ein sehr, sehr guter Bekannter, mit dem ich damals meine ersten Roadshows gemacht habe. Der hat mich auch auf die erste Bühne geholt – das werde ich auch nie vergessen, das ist auch schon 15, 20 Jahre her –, vor 500 Leuten.
Claire: Und jetzt stehst du ständig vor so vielen Leuten.
Martin: Ja, aber das war damals, vor knapp 20 Jahren. Da waren es 400, 500 Leute, und dann: „Martin, mach du mal die Eröffnung.“ So spontan, ich hatte ihn da kurz getroffen: „Mach du mal eben.“ Und dann stehst du da. Da haben wir unsere erste eigene Roadshow gemacht. Und er hat ja auch ein Buch geschrieben, „Das kleine Buch vom großen Verkauf“ heißt es, glaube ich. Er hat jetzt auch ein neues Buch rausgebracht, das habe ich allerdings noch gar nicht gelesen. [unverständlich] Das von Roger Rankel war auch ganz nett. Aber die erste Idee und das Erste, was mir in den Kopf kommt, ist wirklich „Die Psychologie des Geldes“. Das ist sicherlich eines der spannendsten Bücher.
Claire: Ja, ich denke mal, was dich am meisten geprägt hat, ist wirklich das von zu Hause. Ich denke dann immer an die Familie und daran, wie man aufgewachsen ist und was einem da vielleicht auch für Sprüche entgegenkamen. Das ist immer das, was irgendwie hängen bleibt. Das ist bei mir ja auch so.
Martin: Nennt man sein Werteverständnis, wenn du so aus dem Bereich rauskommst. Und es war wirklich so: Damals ein kleiner Bauernhof, sage ich mal, von meinen Urgroßeltern – die Ländereien gibt es heute noch, und die Immobilien gibt es heute auch noch und so weiter und so fort. Und das sind einfach die Dinge: Wie baust du so etwas auf, vielleicht auch eher konservativ? Deswegen bin ich auch nicht der Typ, der sagt, ich muss in die neuesten – was weiß ich – Bitcoins oder irgendwas investieren. Ich bin nie so groß geworden, dass ich gesagt habe: „Ich brauche jetzt das Ding, in das ich 1.000 Euro investiere, und habe in zwei Jahren 5 Millionen.“ Sondern für mich ist strategischer Vermögensaufbau ein langfristiges Ziel. Am besten setzt du dir ein langfristiges Ziel und überlegst dann, wie du mit soliden Mitteln und vielleicht auch durch Verzicht genau dahin kommst. Und das klappt mit Immobilien, die eigentlich eine ganz langweilige Anlageklasse sind. Klappt aber ganz hervorragend.
Fazit: Totalverlustfehler vermeiden
Claire: Finde ich gar nicht so langweilig.
Martin: Siehste?
Claire: Ja, es ist sehr, sehr spannend, mal so persönliche Einblicke zu bekommen. Danke für deine Offenheit.
Martin: Dafür sind wir ja da. Ich hoffe nur, der eine oder andere da draußen nimmt etwas mit.
Claire: Doch, ich glaube schon. Ich nehme ja auch immer etwas mit. Auch mal zu hören, ob sich deine Strategie mal verändert hat oder was für dich ein guter und was ein schlechter Deal war und warum. Das ist ja auch sehr spannend zu hören.
Martin: Ja, ich glaube, darum geht es.
Claire: Das sind ja dann Fehler, die man vermeiden kann.
Martin: Genau.
Claire: Wenn man das jetzt eben weiß und hört.
Martin: Du musst versuchen, die größten Fehler zu vermeiden. Das sind die Totalverlustfehler, so nenne ich sie immer. Die musst du vermeiden, den Rest kriegst du ausgebügelt, sicherlich auch durch ein bisschen Verzicht. Also von daher, ihr da draußen, ihr seid aufgerufen: Fragt uns, schreibt uns, macht nicht die größten Fehler. Achtet darauf. Und ja, ich freue mich aufs nächste Mal.
Claire: Ich freue mich auch. Dann bis bald und tschüss!
Martin: Ciao!
