Nicht jede Immobilie, die gut aussieht, wird am Ende auch gekauft. Und oft liegt genau darin eine wichtige Erkenntnis für Kapitalanleger.
In dieser Folge sprechen wir darüber, warum manche Immobilien trotz Interesse, Besichtigung oder Finanzierungsgespräch nie zum Abschluss kommen. Es geht um Erwartungen, Entscheidungsprozesse und die Frage, welche Kriterien bei einer Anlage-Immobilie wirklich zählen.
Denn eine Immobilie sollte nicht nur auf den ersten Blick überzeugen. Entscheidend sind Lage, Zustand, Vermietbarkeit, Finanzierung, langfristige Perspektive und die persönliche Lebenssituation des Anlegers. Erst wenn diese Faktoren zusammenpassen, kann aus einer Idee ein tragfähiger Schritt für Vermögensaufbau, Vermögenssicherung und Altersvorsorge werden.
Wir zeigen, warum geprüfte Objekte, klare Prozesse und eine ganzheitliche Begleitung helfen, bessere Entscheidungen zu treffen. Nicht aus Druck. Sondern mit Ruhe, Transparenz und Blick auf das, was langfristig wirklich zählt.
Eine Folge für alle, die verstehen möchten, warum ein bewusstes Nein manchmal genauso wertvoll sein kann wie ein Kauf.
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Transkript der Folge
Intro
Caro: Auf geht es in eine neue Folge, Martin.
Martin: Ja, hallo Caro.
Caro: Hallo Martin.
Martin: Na, so, da sind wir wieder, wa?
Persönliche Frage: Hitze, Schwimmen statt Laufen und ein Business-Lunch
Caro: Ja, und es ist auch nicht kälter geworden.
Martin: Nee, das ist Wahnsinn, das stimmt.
Caro: Also ich muss sagen, wir haben schon richtig viele Tage hintereinander jetzt wirklich so heißes Wetter gehabt. Also richtig Sommer für den Juni. Die letzten Jahre waren Juni, Juli immer kalt und regnerisch, fand ich. Okay, ab August kam dann wirklich der Sommer durch, hatte ich so das Gefühl.
Martin: Also meine Lieblingsjahreszeit ist ja eigentlich das Frühjahr, ne, wenn du so 20 Grad hast. Und das hatten wir ja auch schon, weil es ja im März und so teilweise auch schon warm war.
Caro: Das fand ich ja zu früh, dass es schon zu früh zu warm ist.
Martin: Egal, was man macht, ne, genau, dir gefällt das alles nicht.
Caro: Ja, schön. Nee, ich bin eher so ein Mensch für kältere Temperaturen. Ja, finde ich. Also nee, ich bin auch eher Läufer, ich laufe ja auch gerne. Aber bei so einem Wetter … Ich hasse Dinge wie Hitze, frühes Laufen und Sonne, diese 3 Punkte, und das, also …
Martin: Also frühes Laufen finde ich super. Das Problem ist halt: Selbst wenn du morgens um 06:00 Uhr laufen willst und du hast 26 Grad, dann denkst du nur: Was stimmt hier nicht?
Caro: Also na ja, deswegen ist mein Fokus eher aufs Schwimmengehen gerichtet und weniger aufs Laufen. Ach so, bei dieser Hitze.
Martin: Aha, ja, siehste, da haben doch wieder alle da draußen was: Caro geht nicht mehr laufen, Caro geht jetzt schwimmen. Ja, so, und wenn es kälter wird, ist es dann aber wieder vorbei.
Caro: Nee, ziehe ich trotzdem durch. Also schwimmen mache ich tatsächlich schon seit anderthalb Jahren. Und auch wenn es wirklich kalt ist, dann gehe ich ins Freibad und schwimme meine Bahnen. Auch irgendwie ganz toll, ins eiskalte Wasser zu gehen und so zu denken: „Ach du Heiliger.“ Aber ich schwimme ja, also ich bewege mich ja, dann geht es.
Martin: Also das Positive für den Podcast ist jetzt gerade, was ich hier so höre: Seit anderthalb Jahren gehst du schwimmen.
Caro: Wer bist du? Herrlich, kennen wir uns eigentlich?
Martin: Wahnsinn. Also es hören ja auch viele Leute, die uns wahrscheinlich kennen. Also Achtung: Caro ist jetzt Schwimmerin, schon anderthalb Jahre.
Caro: Krass, ich soll alles machen, ne?
Martin: Gleitet sie da durchs Becken, herrlich. Ja, schön, was man so erfährt. Ja, super, also jetzt habe ich ein Highlight. Frag mich mal nach Highlights: Das ist jetzt mein Highlight. Nee, ich hatte mir erst so das erste Highlight überlegt. Ich war jetzt die letzten Tage … Ja, das wiederholt sich immer, ne, ich war die letzten Tage wieder viel unterwegs. Ja, super, das ist so mein Leben. Aber ja, ich hatte gestern wirklich ein richtig cooles Business-Lunch mit einem, ja, Chef eines wirklich großen Unternehmens mit mehreren 100 Leuten. Und das Interessante war: Er stieg dann ein und sagte: „Ja, viele sagen ja, ich bin böse“, ne, also er selbst, „und so ein bisschen stieselig.“ Und dann sage ich: „Na ja, alles klar, mag ja alles sein.“ Und dann haben wir einmal kurz abgesteckt, was so Kompetenzthemen sind. Aber interessant war: Ist er gar nicht. Der ist einfach nur total klar, super strukturiert. Das war ein richtig gutes Gespräch, 2 Stunden beim Mittagessen. Wir haben auch überlegt, wie wir strategisch mit der Partnerschaft vorangehen können und wie wir sein Unternehmen weiterentwickeln können, ne? Und ich habe ihm da ein paar Impulse mitgegeben, glaube ich. Nee, das war im Endeffekt wirklich ein super Gespräch. Hat gestern richtig Spaß gemacht.
Caro: Solche Menschen liebe ich. Mein Lebensziel ist es, dich irgendwann auch so hinzubekommen.
Martin: Ja, aber bis dahin wirst du noch ein paar Bahnen im Becken ziehen müssen.
Caro: Das ist der Ausgleich für meinen …
Martin: Ja, genau, ist egal. Ich hatte … Der war gestern wieder so, da …
Caro: Bearbeite ich eigentlich alles?
Martin: Genau, ehrlich. Ja, schön. So, ja, also wir haben die Highlights. Was haben wir heute sonst mitgebracht?
Woran der erste Immobilienkauf scheitert: Gründe statt Lösungen
Caro: Heute habe ich etwas mitgebracht, was viele da draußen, glaube ich, beschäftigt. Und zwar geht es um die Immobilie, die nie gekauft wird. Viele haben es schon im Titel gesehen. Und zwar ist spannend: Die meisten Menschen kaufen ihre erste Immobilie nicht deshalb nicht, weil sie keine Möglichkeit dazu hätten. Sondern viele beschäftigen sich mit dem Thema, lesen Bücher, hören Podcasts, vergleichen Angebote und warten auf den richtigen Zeitpunkt. Also eigentlich wollen sie es, sie setzen sich ja schon damit auseinander. Aber viele bleiben da halt einfach auch hängen. Nicht, weil ihnen Wissen fehlt, sondern weil aus Vorsicht irgendwann Unsicherheit wird. Und ich würde gern mit dir in das Thema einsteigen, weil auch du ja hier und da mal Immobilien verkaufst und das früher vermittelt hast. Also ich glaube, du kannst da vielleicht auch ein paar eigene Geschichten hervorbringen. Woran scheitern die meisten Menschen wirklich?
Martin: Also ja, das stimmt absolut. Das Problem dabei ist, wenn man sagt, die Immobilie wird nie gekauft, man beschäftigt sich mit lala: Die Leute finden immer Gründe, etwas nicht zu tun, anstatt Lösungen zu finden. Und das Leben besteht halt nun mal irgendwann aus Entscheidungen. Die muss ich natürlich abwägen. Ja, aber irgendwann muss ich mich entscheiden. Und dann gibt es immer: „Ja, das ist jetzt vielleicht nicht die Lage, und das ist jetzt momentan der Zinsmarkt, und das ist jetzt momentan dies, und das ist momentan das.“ Es gibt ja auch immer unterschiedliche Impulse.
„Was haben Sie denn in der Nähe?“: Der häufigste Denkfehler bei Kapitalanlegern
Martin: Also das ist das Spannendste, was ich eigentlich mitkriege, auch auf Vorträgen oder so, ne? Wenn die Leute sagen: „Ja, super, nee, alles klar, Immobilie, habe ich verstanden, und ich beschäftige mich auch damit.“ Und dann kommt dieser große Fehler. Es ist immer so krass, immer das Gleiche übrigens, Caro: „Was haben Sie denn in der Nähe?“ Es ist wirklich irre. Und du erklärst alles und sagst: Einflussfaktoren, ne? Und dann bitte eine Immobilie kaufen, bei der, wenn der Mieter auszieht, draußen eine Schlange von Mietinteressenten steht und so weiter und so fort, ne? Da kann man einen vernünftigen Analyseprozess dieser Mietinteressenten machen, damit ich auch einen guten, solventen Mieter kriege. Dieses Thema Mietnomaden oder auch Mietnomadenängste, ne? Wir haben 0,4 % oder so was. Und wenn du jetzt einen Profiverwalter hast, dann hast du, glaube ich, sogar 0,04 %, weil es diese Risiken da nicht gibt. Aber die Leute sehen das halt, und dann schieben sie es: „Ja, muss ich mich noch mal mit beschäftigen“, oder: „Muss ich gucken, wie ich das hinkriege.“ Und dann kommt man nachher trotzdem: „Was haben Sie denn in der Nähe?“ Und weißt du, was das Geile ist? Das ist übrigens egal, wo die sind, egal, wo ich einen Vortrag habe. Den kann ich in München haben, den kann ich aber auch in Wolkenkuckucksheim haben.
Caro: Ich glaube, das ist in den Menschen drin verankert. Die wollen einfach eine Sicherheit haben, die wollen es sehen, und dann beruhigt sie das, glaube ich.
Martin: Ja, aber du kannst sie dir doch angucken. Alle anderen Anlageentscheidungen siehst du ja auch nicht. Da erzählst du ja sogar: „Ey, nee, ich habe jetzt ein bisschen geswitcht, ich bin jetzt investmenttechnisch wieder ein bisschen in China investiert und so und manage mein Portfolio.“ Aber wenn eine Immobilie kommt, soll die in der Nähe sein. Und weißt du, was dann kommt, wenn du fragst, warum?
Caro: Mhm, was kommt dann?
Martin: Überleg mal: Wenn ich frage, warum soll es denn in der Nähe sein, oder warum soll es da sein?
Caro: Was ich gerade schon meinte, von wegen: Die wollen einfach vorbeifahren und gucken, wie es aussieht.
Martin: Ja, auch. Und warum kaufen die dann irgendwo eine 90-Quadratmeter-Wohnung, obwohl man heute weiß, dass wir in Zukunft 80 % Ein- und Zweipersonenhaushalte haben werden? Warum kaufen die Leute dann vielleicht eher die 80-, 90-Quadratmeter-Wohnung?
Caro: Na ja, ich würde es anders machen, weil ich … Also ich, ich weiß es nicht.
Martin: Warum? Das Interessante ist, ich sage es dir: Dann kommt immer: „Ja, wenn ich da mal selber einziehen will.“
Caro: Ach so, ja, okay.
Martin: Oder noch cooler: „Ja, oder die Kinder.“ Und dann denkst du dir: Nein, das ist ein Investment. Und das Witzige ist: Ich hatte das letztens bei einem sehr geschätzten Kollegen, und das Beispiel finde ich toll, ich habe es jetzt auch schon selber mal gebracht: Du kaufst dir doch heute auch keinen Anzug, den du eventuell in 30 Jahren mal anziehen willst oder weitervererbst. Ja, weißt du, wo du denkst: „Ja, stimmt, machst du nicht.“ Und dann lachen die Leute und sagen: „Ja.“ Aber danach fragen sie: „Was habt ihr in der Nähe?“ Und das ist so dieses: „Ich bin jetzt noch nicht … Habe ich da noch was in der Rendite, dies, das, jenes.“ Und dann schieben die und schieben und schieben und finden immer nur einen Vorwand, es nicht zu tun.
Und deswegen hast du genau das Thema, dass die Immobilie nie gekauft wird. Aber wenn du dann sagst: „Ach, guck mal, der hat aber vor 5 Jahren gekauft, und die Immobilie ist schon das und das wert, und die Miete hat sich schon dreimal entwickelt.“ – „Ja, Mist, ah, jetzt bin ich ja zu spät dran.“ Und das sagen die 5 Jahre später noch mal so: „Vor 5 Jahren hätte ich damals …“, ne? Und vielleicht holen sie sogar noch ein altes Exposé raus und fragen, ob da noch eine Wohnung zum alten Preis frei ist. Das ist halt Quatsch, das ist ja Quatsch.
Machen ist wie Wollen, nur krasser: Warum Mut statt Wissen fehlt
Caro: Also es ist eher der Mut, der fehlt, weil das Wissen ja eigentlich da ist. Die setzen sich ja eigentlich schon gut mit den Dingen auseinander.
Martin: Ja, also es gibt so … Machen ist wie Wollen, nur krasser. Und genau das ist es. Du musst irgendwann … Du musst die Entscheidung abwägen, aber du musst irgendwann entscheiden, bei allen Dingen ja auch. Und im Grunde musst du dir das so vorstellen … Ich finde, vielleicht muss man das mal als Bild machen: Wenn du dir ein neues Auto kaufst, kaufst du auch nicht das erstbeste. Du guckst dir vielleicht sogar Modelle an, du stattest das aus und so weiter und so fort. Aber irgendwann hast du dein Modell, du hast dein Budget, du sagst: „Ich nehme auch den, weil er einen geringen Verbrauch hat“, das heißt, die laufenden Kosten sind geringer. Du guckst vielleicht sogar mal, was da so die Versicherungen kosten, ne? „Oh, der ist auch günstig in der Versicherung, günstig in den …“ Aber dann entscheidest du. Warum? Weil du vielleicht ein Auto fahren musst, ne? So, und genau das ist es. Und irgendwann triffst du eine Entscheidung, oder beim Fernseher oder Sonstigem. Du prüfst, du analysierst, du wägst ab und entscheidest.
Bei der Immobilie prüfst du, wägst ab, aber entscheidest nicht, sondern du suchst ein Argument: „Jetzt ist es gerade zu teuer.“ Ja, stimmt, es ist heute teurer als vor 10 Jahren. Aber ich lege mich fest: In weiteren 10 Jahren ist es noch teurer. „Ja, die Miete ist so hoch. Wer soll sich das noch leisten können?“ Ja, genug Leute, wenn draußen 100 Schlange stehen, die die Wohnung haben wollen. Und das wird in 5 Jahren auch wieder so weiterlaufen, weil es halt immer schon so gewesen ist. Und da suchst du Argumente, es nicht zu tun. Ja, das ist halt schizophren.
Elefant statt Ameise: Warum die große Kaufsumme abschreckt – und was man wirklich selbst zahlt
Caro: Vielleicht ist es auch einfach, weil das in den Köpfen der Menschen eine große Summe ist. Man denkt so: „Oh, ich bürde mir richtig heftig was auf.“ Im Vergleich zum Auto ist das ja ein Elefant, gesehen, das Auto ist eine Ameise.
Martin: Ja, das stimmt, das stimmt. Aber es gibt einen großen Unterschied: Mit dem Auto fahre ich vom Hof, und sobald ich vom Hof gefahren bin, ist das Auto weniger wert. Und die Immobilie ist quasi ein Kapitalerhalt, inflationsgeschützt, wenn du so möchtest. Denn wenn du Inflation hast, steigende Preise hast, steigende Mieten hast, steigt auch dein Immobilienwert. Und was die Leute immer verkennen … Das ist vielleicht echt ein guter Punkt von dir: „Oh, das ist zu teuer, und das ist so ein großes Investment mit 300.000.“ Das stimmt. Deswegen … Ich kann dieses Investment im Gegensatz zum Auto nicht woanders hinfahren, ne? Wenn sie einmal da steht und wenn ich dann in Wolkenkuckucksheim bin, dann habe ich halt ein Problem. Wenn ich aber in urbanen Zentren bin, wo viele Mietinteressenten sind, dann ist das wieder gut.
Das Interessante ist dabei: Ich muss das irgendwann machen, und ich darf gar nicht die 300.000 sehen, sondern ich muss einfach gucken: Wie viel zahlt das Finanzamt? Also was kann ich an steuerlicher Kompensation nutzen, wie viel Miete bekomme ich rein, wohin entwickelt sich vielleicht sogar die Miete, und wie viel Belastung habe ich dann nach allem, also nach Steuern, nach Kosten und so weiter? Und dann hast du vielleicht eine Monatsbelastung von, keine Ahnung, je nachdem, was du kaufst, aber sagen wir einfach mal 200 Euro, ist ja völlig egal. Oder machen wir 250, das ist einfach zu rechnen. Dann weiß ich: Ich habe 250 Euro Belastung für die Immobilie, vielleicht im Wert von 250.000, bleiben wir in dieser Größenordnung. Ja, das ist doch super. Dann würde ich sagen: Dann weißt du, dein Investment kostet dich im Jahr 3000 Euro. Jetzt machst du das 20 Jahre lang, bis du die Immobilie dann vielleicht bezahlt hast, je nachdem, oder 30, was du da an Dingen hast bei den 250. Sagen wir mal 20. Das heißt, wenn ich dann 3000 pro Jahr, mal 20 Jahre, sind 60.000 Euro, investiert habe: 60.000 Invest für 250.000 Immobilienwert, die in 20 Jahren aber wahrscheinlich eher 350.000 oder mehr sind. Dann ist das ein gutes Invest. Ne, das Darlehen habe ich runterbezahlt, die Immobilie ging nach oben, und der Spread dazwischen ist mein Gewinn, und nach 10 Jahren immer noch steuerfrei. Und da musst du einfach reingehen und nicht den Preis sehen, sondern das, was du selber investierst. Denn die 300 bezahlst du gar nicht.
Caro: Nee, im Endeffekt halt die 60.000, und so viel könnte auch mein Auto kosten.
Kapitalanlage ist kein Eigenheim: Warum Vermögende auf Immobilien setzen
Martin: Genau. Ja, und das Interessante ist: Die Leute sehen aber die 300.000, weil sie eher in Eigenheimen denken. Das Eigenheim zahlst du nur selber und sagst: „Um Gottes willen, Zinsen kann ich nicht steuerlich geltend machen, es ist gerade so teuer, das Einfamilienhaus kann ich mir nicht leisten und die Eigentumswohnung“, oder wie auch immer, weil du da den reinen Preis siehst. Ja, das stimmt grundsätzlich auch. Aber wir reden über eine Kapitalanlageentscheidung. Das ist wie eine Lebensversicherung, wie ein ETF-Sparplan, irgendwas zur Altersvorsorge oder sonstige Themen. Und genau das ist die Immobilie. Und wenn du Leuten sagst: „Nenn mir einen vermögenden Menschen, den du kennst, der keine Immobilien hat“, dann sagen sie sogar: „Ja, kenne ich nicht.“ Ach so, nee, die Vermögenden, die du da draußen kennst, die haben nicht nur eine Immobilie, sondern mehrere. Und die nutzen das strategisch. Die nutzen sogar Steuervorteile, klasse. Und du schiebst es von Woche zu Woche, von Monat zu Monat: „Ja, ja, ja“, und sagst immer: „Oh, ist ja wieder teurer geworden, jetzt rechnet es sich noch schlechter.“ Das ist halt einfach Quatsch. Du musst es irgendwann machen, das ist das Thema.
Caro: Ich glaube, bei manchen ist auch drin, dass sie denken, sie haben zu viel … Nicht zu viel, schön wär's … zu wenig Eigenkapital, von wegen: „Ich kann es mir nicht leisten, weil mir die Grundlage dafür fehlt.“
Martin: Ja, also grundsätzlich solltest du bei einer vernünftigen Investitionsentscheidung zumindest die Nebenkosten als Eigenkapital haben. So, aber jetzt kann man auch wieder sagen: Hast du vielleicht Zusatzsicherheiten? Hast du vielleicht schon eine Lebensversicherung oder [unverständlich] oder irgendwas bespart oder einen Bausparer, den du vielleicht damals mal angefangen hast und den du als Zusatzsicherheit für dein Immobilieninvestment einsetzen kannst? Das ist ja alles machbar. Und da muss ich sagen: Ich muss das aber einfach nur wirtschaftlich betrachten, und zwar in allen Dingen. Und das Spannende ist dabei, dass man dann auch immer diesen Cashflow will, diese Superlative und so weiter. Und dadurch kaufst du dir Risiken ein, ne? Also Cashflow: Desto mehr Rendite, desto eher ist irgendwo ein Haken. Sanierungsstau, fehlende Instandhaltungsrücklage, vielleicht Nachschusspflichten, die ich da in den nächsten Monaten, Jahren oder sonst was habe. Dann mache ich Fehler. Und ich sollte das Ding einfach vernünftig betrachten, berechnen, gucken, was in Zukunft auf mich zukommt, und dann muss ich halt entscheiden. So, und das ist einfach das, was die Leute nicht machen.
Social Media und Finanzberater: Mehr Aufmerksamkeit, aber zu wenig über Risiken
Caro: Hast du das Gefühl, dass sich das in den letzten Jahren auch ein bisschen verschoben hat, zum Beispiel durch Social Media? Weil der Informationsfluss ja jetzt auch viel größer und viel schneller ist. Also vor 20 Jahren gab es das noch nicht. Da wusste man: Okay, es gibt diese Immobilie als Kapitalanlage, ich gehe mal zu einem Berater, er gibt mir die Infos darüber, fertig. Heutzutage guckt man auf Insta, TikTok und so weiter, da sind ja immer die ganzen Möchtegern-Makler, die da irgendwas [unverständlich] wollen, und …
Martin: Meinst du jetzt so Finanzberater? Also ich würde sagen, nicht mal 10 % der Finanzberater können dieses Thema bewegen. Wahrscheinlich sind 10 % wirklich viel zu viel, wahrscheinlich sind es nicht mal 5, wenn man es ganz genau nehmen würde, von allen, die sich Finanzberater schimpfen. Ja, und das Interessante ist: Man sagt: „Ich bin Finanzberater, ne, ich berate dich in allen Finanzen und Entscheidungen“ und keine Ahnung was. Aber die Immobilien lassen die Finanzberater weg, weil das erst mal eine komplexe Anlageentscheidung ist, so, Punkt. Und dann sind sie auch nicht sicher im Thema. Deswegen bin ich gar nicht böse, wenn sie es dann lieber weglassen, bevor sie dem Kunden sagen: „Ja, ich habe was ganz Tolles in der Nähe, hier direkt, ne, Wolkenkuckucksheim, ist total toll.“ Da ist es vielleicht besser, es wegzulassen.
Social Media hat sich in den letzten Jahren ganz klar verändert, hat das Leben verändert, hat auch die Immobilienlandschaft verändert. Warum? Weil viele Immobilien natürlich auch da angeboten werden. Jetzt bin ich aber jemand … Ne, dieser Algorithmus: Wenn ich da reingehe, kriege ich sowieso alle möglichen Immobilienangebote. Auf der einen Seite ist es schön und gut, weil sich die Leute heute eher mit Sachen wie ETFs beschäftigen, mit Sparplänen, mit Onlinebanken, die dann aber wenig Kosten haben, aber gute Renditen liefern und vielleicht auch noch mal 2 Komma irgendwas Prozent aufs Tagesgeld zahlen, während die normale Hausbank vielleicht nur ein Prozent macht. Das ist schon gut, also da finanziell besser aufgestellt zu sein, und die Information über die Immobilie an sich auch. Was ich nur feststelle, ist, dass es bei Insta oder Facebook oder TikTok, was es so alles gibt, eher immer um dieses Thema geht: „Ja, die Cashflow-Immobilie und so fort, du hast den Überschuss.“ Und dabei wird mir zu wenig auch an mögliche Risiken gedacht.
Und das heißt nicht, dass man sich deswegen nicht entscheiden sollte, weil es Risiken gibt. Ich finde, man muss einfach nur wissen: Welche Risiken gibt es? Welche Risiken kann ich dort eliminieren, indem ich einen vernünftigen Auswahl-, einen vernünftigen Prüfprozess habe, indem ich mir angucke, in welchem Zustand was ist, Bausachverständiger oder sonst was, oder von einem kaufe, der das macht? Ich muss also Risiken eliminieren. Dann gibt es welche, die kann ich minimieren, indem ich sage: „Okay, Sanierung, vielleicht habe ich ein bisschen Stau, aber ich kaufe jetzt günstiger ein, und ich habe auch das Kapital, um vielleicht in 5 bis 10 Jahren auch mal 30.000 oder 40.000 nachzuschießen.“ Wenn ich die nicht habe: Lass die Finger davon, nimm einen Neubau, dann hast du erst mal Gewährleistung und Ruhe. Dann ist das vielleicht die Anlageklasse für dich. Auf der einen Seite ist es, wie gesagt, toll, dass Social Media uns diesen Markt so ein bisschen öffnet und triggert und die Leute dafür offener sind. Ich stelle halt nur fest: Es wird zu wenig über mögliche Risiken gesprochen und zu sehr über [unverständlich] und Cashflow und „Wie bin ich damit zum Millionär geworden“ und so weiter und so fort.
Superlative statt Realität: Warum vergangene Erfolgsgeschichten wenig über die Zukunft sagen
Caro: Und ich finde, das wirkt dann irgendwann unseriös, wenn dieses Geschäft zu easy beschrieben wird, so: „Ey, kauf dir was“, und so einfach. Ja, also das ist, denke ich, so nee.
Martin: Also ich hatte gestern, nee, warte mal, wann war es, vorgestern einen Vortrag auf so einem Kongress, also nicht nur ich, sondern andere auch. Und da hat jemand auch über Immobilien erzählt. Das hat mir wirklich nicht gefallen, musste ich danach dann aber auch kundtun. „Ja, so und so, und wir machen halt Immobilien, und ich habe mal ein paar Beispiele mitgebracht. Der Kunde hat 2012, 10 gekauft oder so was, und hier, guck mal, für 325.000, und 2021 hat er dann für 540.000 verkauft.“ Boah, ja, super. Und dann würde ich sagen: Ja, und hätte der Kunde die Immobilie heute noch und würde sie heute verkaufen, dann sind es nicht 500, sondern 4 … Ist trotzdem nicht schlecht. Aber diese Superlative da so reinzuhauen und einfach zu unterstellen, dass jede Immobilie in 10 Jahren ihren Kaufpreis verdoppelt hat, ne … Das war ein außergewöhnliches Jahrzehnt. Und er hat die Immobilie verkauft, als wir ein Zinsniveau von, wie gesagt, um 0,8 bis 1,2 % hatten. Das wäre heute garantiert nicht mehr der Fall. Das heißt nicht, dass sie sich deswegen heute schlecht rechnet. Die wäre wahrscheinlich immer noch gut, und es wäre heute auch noch sinnvoll zu investieren. Aber diese Superlative da rauszuhauen und nicht zu sagen: „Ja, aber das Risiko wäre gewesen: Hätte der Kunde heute verkauft, wären es vielleicht 400 gewesen, aber trotzdem …“ Genau das fehlt mir. Es sind mir zu viele Superlative, zu viel: „Ey, ich bin easy mit Immobilien zum Millionär geworden.“ Ja, klasse.
Also wenn alle Menschen, die uns jetzt zuhören, auf die Einflussfaktoren geachtet und in urbanen Zentren gekauft hätten – uns wäre völlig egal gewesen, ob München, Leipzig, Hamburg oder sonst was – und wir hätten vor 20 Jahren investiert, dann wäre die Immobilie in urbanen Zentren heute mehr als das Doppelte wert. Ja, logisch, das wäre ein mega Invest. Hätte, hätte, Fahrradkette, ne? Aber das Ding ist: Es gibt auch Risiken. Und jetzt hast du halt das Risiko, dass es eine Zinsexplosion gab. Und wenn du das Ding damals gerade auf Knirsch finanziert hast, mit einem Prozent, was du dir gerade leisten konntest, und du hast das Zinsänderungsrisiko nicht mitberücksichtigt, ja, dann tut es heute halt weh, wenn das Ding auf einmal auf 4 % steigt. Punkt, das ist auch Fakt. Also muss ich einfach nur Risiken eliminieren, minimieren, und was übrig bleibt, als Berater kommunizieren. Das sind so diese 3 Dinge, die mir bei Social Media fehlen, weil es immer in Superlativen ist und man den Leuten suggeriert: „Ey, das, was ich geschafft habe, das kannst du auch. Ich bin mit Bitcoins zum Millionär geworden.“ Ja, klar, der Bitcoin lag mal bei 30 Euro, ne, oder 50. Dann ist er hochgeschossen, ist aber auch genauso wieder runtergeschossen. Das ist volatil, das hat sich auch mal nach unten gezehntelt. So, und wenn ich das den Leuten heute sage, muss ich sagen: „Ich weiß aber nicht, wie das in Zukunft aussieht.“
Das ist ja immer das Problem, übrigens auch ein Problem bei Social Media: Wenn Leute ihre Erfolgsstory erzählen, erzählen sie immer die Erfolgsstory der Vergangenheit. Ja, so, das wäre so: „Ey, ich bin Lottomillionär geworden, Lotto ist cool, weil ich letzte Woche die richtigen Zahlen hatte.“ Das heißt aber nicht, dass ich nächste Woche auch die richtigen Zahlen habe, ne? Mit der Chance 1 zu 378 Millionen, keine Ahnung, wie viel, werde ich beim nächsten Mal nicht die richtigen Zahlen treffen. Und bei Investitionsentscheidungen geht es, finde ich, darum, Zukunftsentscheidungen zu treffen. Dafür muss ich Märkte analysieren, dafür muss ich mich mit Risiken beschäftigen und so weiter und so fort. Und deswegen ist Social Media auf der einen Seite gut, weil erst mal der Impuls gesetzt wird. Es wird mir allerdings viel zu blauäugig betrachtet.
Caro: Ja, auf der einen Seite ist es gut, dass Social Media uns halt diese Plattform bietet, um mehr Werbung dafür zu machen, dass es das überhaupt gibt. Ich meine, ich mit meinen zarten 19 damals habe mich damit auch nie auseinandergesetzt oder wusste noch nicht mal, dass es so was gibt. Da gab es nur mal die Volksbank vor Ort oder die Sparkasse, die mir halt ihre Strategie verkaufen wollte, aber da waren Immobilien kein Thema.
Martin: Absolut nicht, ne? Und das wäre auch damals eine richtige Entscheidung gewesen, also wenn du es dir finanziell hättest leisten können, ne, sagen wir mal. Aber erst mal wäre es grundsätzlich richtig gewesen, dir zumindest dieses Thema vorzustellen, dass es das gibt. Mhm. Und das ist heute besser: dass du in ETFs investieren kannst, ob das für dich sinnvoll ist, sei dahingestellt, dass du in Kryptowährung investieren kannst, sinnvoll oder nicht, völlig dahingestellt, genauso wie bei der Immobilie. Nur vor 20 Jahren war das gar kein Thema. Da ist Social Media oder das Internet heute sicherlich deutlich besser. Nur ich sehe es ja auch: Wenn wir Objekte prüfen, dann lehnen wir über 90 % der Objekte ab, 95 %. Das Schlimme ist: Ich sehe die Objekte bei Social Media wieder.
Caro: Ja, gut, irgendwo müssen sie ja hin.
Martin: Ja, weil die trotzdem verkauft werden. Ja, aber leider. Und dann liest du das und hörst dir sogar das Ding an und denkst: „Boah, das klingt total super, das muss ich sofort kaufen.“ Und ich denke: Ja, aber über den Sanierungsstau und über die Steigstränge in dem Objekt, die gerade in einem schlechten Zustand sind, die wir geprüft haben, da hat er jetzt gar nichts erzählt, das gibt es ja gar nicht. Ja, Mann, na klar. Und deswegen ist da immer nur der Hype, der Hype, der Hype.
Wie beim Gebrauchtwagen: Warum Laien nicht unter die Motorhaube schauen
Caro: Ja, und das finde ich auch gerade gefährlich. Ja, absolut gefährlich. Und damit kann man sich das Thema ja auch verprellen, ne, weil man sich halt nicht richtig informiert hat und dann so was kauft.
Martin: Na ja, das Ding ist: Derjenige, der es verkauft, der sagt: „Ey, super, gekauft wie gesehen, und du hast einen Schnapper gemacht.“ Das ist wie bei so einem Gebrauchtwagen. So, und dann sagst du: „Oh, der ist super günstig, den muss ich kaufen.“ Ja, dass der Tacho aber von 400.000 auf 80.000 runtergedreht wurde, ne, dass der Motor quasi einmal gereinigt wurde, weil die das ganze Öl weggespritzt haben, das sowieso sonst aus dem Block rausläuft, ne, oder irgendwas, ich sage mal so, wirklich ranzig, das siehst du nicht. So, wenn du Kfz-Meister bist, weißt du ganz genau, worauf du achten musst, weil der halt schon komisch klappert, aber so nicht. Und der Auspuff ist vielleicht auch nur gerade mal dichtgeschmiert, und wenn du die ersten 5000 Kilometer hast, dann lockert sich das, keine Ahnung was. So, aber du gehst hin: „Boah, das ist aber ein Schnapper, und ein tolles Auto, und der ist jetzt hochglanzpoliert, super.“ Aber unter die Motorhaube guckst du halt nicht.
Und das ist vielleicht auch bei Social Media so. Du siehst dieses Fahrzeug, diese Immobilie und sagst: „Boah, wie toll, und guck mal, in was für einer Lage, wie toll saniert.“ Und dann werden die Bilder natürlich noch mal dreimal überarbeitet und so weiter und so fort. Also am besten fährst du nicht selber hin. Und es gibt ja genug Beispiele, wo Leute bei Social Media Immobilien verkauft haben, und die haben einfach Schrottimmobilien verkauft, ne? Ja, so [unverständlich] und so was, also was es alles gab. Trotzdem: Wer bleibt jetzt auf dem Ärger sitzen? Der Investor, der das gekauft hat. Und der, der das verkauft hat, sagt: „Na ja, gekauft wie gesehen“, ne?
Also, Caro, du hast jetzt … „Ey, das war ein Schnapper, das Auto hast du jetzt für 8000 gekriegt. Alle anderen Mitbewerber da draußen, alle anderen Autos mit gleicher Laufleistung et cetera kosten 12, der kostet nur 8.“ Und du fährst hin und sagst: „Boah, wunderschön und schön poliert und duftet auch [unverständlich].“ So, und dann kaufst du das Ding und stellst irgendwie fest: Irgendwie klappert der Motor, jetzt kommt so komischer Qualm aus dem Auspuff, ist irgendwie blöd. Du fährst in eine Werkstatt, und die Werkstatt sagt dir: „Uh, da müssen Sie jetzt noch mal 4000 reinstecken, da haben wir echt einiges.“ Ja, und schon stehst du da und sagst: „Schade, habe ich vielleicht zu teuer gekauft“, weil du nicht unter die Motorhaube geguckt hast, weil du nicht der Profi bist. Und das ist auch nicht meine Erwartungshaltung, ne? Also Social Media kann bei einer komplexen Anlageentscheidung wie der Immobilie nicht der Profi sein. Aber den Markt zu triggern, ist erst mal was Positives.
Der erste Deal statt des besten: Warum die perfekte Immobilie nicht existiert
Caro: Mhm. Ich habe eine schöne Aussage, und zwar: Die meisten erfolgreichen Investoren starten nicht mit ihrem besten Deal, sondern mit ihrem ersten.
Martin: Ja, ja, stimmt, tolle Aussage. Oder ja, stimmt, und ich würde sogar sagen: Desto mehr Deals du machst, desto besser werden sie.
Caro: Ja, man lernt daraus. Ja, irgendwann hast du mehr Erfahrung. Das ist doch eigentlich überall so: Du kaufst dir was und merkst, an welchen Ecken und Kanten da irgendwie noch was fehlt, und dann schaust du beim nächsten Mal darauf und weißt: Okay.
Martin: Ja, das ist übrigens völlig normal, ist bei allen Dingen so, ne? Wichtig ist natürlich, dass du keinen groben Unfug machst, also dass du die erste Entscheidung nicht, auf gut Deutsch, wirklich verkackst, ne, dass die nicht zum finanziellen Ruin wird. Die erste wird nie perfekt sein, die zweite auch nicht. Du kannst auch zwischendurch mal Pech haben, es darf sich für dich nur sozusagen kein Totalverlust ergeben. Aber das, ja, doch, das stimmt.
Caro: Ja, und ich glaube, man sollte davon loslassen, die perfekte Immobilie zu finden.
Martin: Ja, auch das.
Caro: Ne, also …
Martin: Ja, das ist so, wie wenn du jetzt ein Eigenheim bauen würdest. Du baust dir selber ein Haus, dann fängst du an und sagst: „Aber das hätte ich gerne so, das hätte ich gerne so.“ Und das kannst du alle fragen: Wenn die Leute nach 3, 4 Jahren, nach 3, 4, 5 Jahren da drin wohnen, würde ich fragen: „Und, wie findest du das?“ – „Super, ist mein Traumhaus.“ – „Wenn du noch mal neu bauen würdest, was würdest du vielleicht anders machen?“ Und dann kommt immer irgendwie: „Ja, also was wir jetzt gesehen haben: Der Mittelblock in der Küche ist schon schön, ne, also wirklich toll, aber den hätten wir ein bisschen weiter nach rechts setzen müssen, weil wir so immer rumlaufen müssen, das ist doof.“ Also irgendwas kommt halt immer. Und du hast die Küche gefühlt 48 Millionen Mal geplant, ne, aber du würdest immer was ändern. Der Hauswirtschaftsraum, wenn wir den da gemacht hätten, oder die Ecke da, die ist immer blöd zum Saugen, oder keine Ahnung was, ne, weil sie zu blöd hinterm Kamin ist, hätte ich halt eher anders gemacht. Das wird es immer geben, das wird es immer geben. Du würdest das zweite Haus nie so bauen wie das erste.
Caro: [unverständlich] Witzigerweise werden mir gerade immer ganz viele Videos zum Hausbau eingespielt: „Diese 5 Dinge würden wir im nächsten Haus nicht so machen“, und dann das, das, das, das halt. Weil man es einfach nicht weiß. Weil jeder baut doch zum ersten Mal, jeder kauft sich zum ersten Mal ein Auto, jeder macht mal was zum ersten Mal, aber mach …
Martin: Das ist so spannend, wenn du da gerade Auto sagst, ne? Ich hatte mir ein neues Auto bestellt, so einen SUV, den ich haben wollte, und ich habe das überhaupt nicht berücksichtigt. Und als ich ihn dann gekriegt habe, habe ich so eine zweite Fernbedienung gekriegt: „Hä, was ist denn das für eine Fernbedienung?“ – „Ja, das ist Ihre Standheizung.“ Und ich: „Hä, wie?“ Ich wusste nicht mal, dass ich eine Standheizung bestellt hatte. So, und das Witzige daran war: Na ja, gut, dann hat er halt eine Standheizung. Aber jetzt im Winter oder auch beim Skifahren: super angenehm, du machst einfach diese Standheizung an. Mhm. Das ist ja jetzt mein [unverständlich] Auto, ich habe vorher noch nie eine Standheizung besessen. Ich würde mir aber beim nächsten Auto wieder eins mit Standheizung bestellen. So, und das ist halt auch so, ne? Du hast dann irgendwie … Natürlich machst du mal Fehler. Wobei ich jetzt sagen will, das ist jetzt kein elementarer, ne? Also ist jetzt nicht …
Caro: Schlimm, wenn es nicht da ist, aber ärgerlich, weil du weißt, wie toll es ist, damit zu leben.
Martin: Genau, genau. Und genauso ist es halt auch bei deinen Investitionsentscheidungen in die Immobilie. Die erste Immobilie kaufst du und sagst: „Hm, super, alles klar, und die rechnet sich auch, und die entwickelt sich.“ Und dann kaufst du irgendwann die nächste, das machst du wieder anders und so weiter.
Eigenheimdenken vs. Mieterbedürfnisse: Rehe im Garten oder S-Bahn vor der Tür
Martin: Man geht natürlich auch anders ran, das ist manchmal auch so ein Thema. Da hatte ich letztens jemanden, der sagte: „Ja, aber die Immobilie ist ja relativ nah an der S-Bahn-Station. Wenn man dann draußen auf diesem kleinen Balkon sitzt, der wäre mir ja viel zu klein, und mit der S-Bahn-Station, ne, also das ist ja wirklich direkt dran, da hört man auch die S-Bahn. Das würde ich lieber anders haben wollen.“ Ne, dann sage ich: „Ja, gut, aber wenn Sie das jetzt mögen und sagen, ich wohne lieber draußen …“ Das ist ja der Eigenheimgedanke bei den Leuten, das ist total krass: „Ich wohne da lieber, und wenn man dann aus dem Fenster rausguckt, sieht man die Wiesen und sieht hinten, wie die Rehe im Garten stehen.“ Ja, ist total toll. Aber ganz, ganz viele Menschen, und zwar die Schlange, die dann draußen in, was weiß ich, Karlsruhe oder in Düsseldorf steht, die sagen: „Ey, ich will schnell zur S-Bahn, ich habe gar kein Auto, ich muss dahin, ich möchte in die City.“ Und da stehen halt 300. Und die, die die Rehe sehen wollen, das mag ich ja gut finden, aber da stehen halt keine 200, die sagen: „Oh, da möchte ich aber jetzt wohnen, und es ist total toll, morgens eine Stunde in die Stadt zu fahren.“
Caro: Ne, so. Und jeder denkt da anders, also jeder hat andere Bedürfnisse.
Martin: Absolut. Und deswegen musst du irgendwann entscheiden, musst es machen. Aber du musst diese Einflussfaktoren mitnehmen, damit du die Anlageentscheidung gut machst. Und sonst, wenn ich das nicht mache und immer nur irgendeinen Grund finde und nicht, wie ich gesagt habe, die Lösung, dann wirst du nie entscheiden.
Rat für Zögernde: Einflussfaktoren, Risikozettel und klein anfangen
Caro: Mhm. Was wäre dein Rat an jemanden, der seit 2 Jahren sucht und nicht kauft?
Martin: Eine Kapitalanlage, ja? Schreib dir die Einflussfaktoren auf, die du hier hörst. Geh sie durch, guck, welche Chancen dort sind. Aber mach dir auch einen Risikozettel. Also: Welche Risiken gibt es in dem Objekt, das du da vielleicht gerade hast? Und abwägen. Wenn ich selber keine Ahnung davon habe, vielleicht einen Profi dazuholen, also wirklich einen Profi-Anlageberater, der mir erst mal alle Anlageklassen erklärt, um zu gucken: In welcher Klasse sollte ich überhaupt investieren? Ist es jetzt Bestand, ist es Neubau, wie sieht die steuerliche Kompensation aus? Gib deine Bedenken weiter, und mach es. Wenn du es dir leisten kannst, dann mach es. [unverständlich], übertreib nicht, ne?
Es ist auch so: Bei der ersten würde ich jetzt nicht sagen: „Oh, der hat mir gesagt, wenn ich im Worst Case total ausreize, könnte ich mein gesamtes Eigenkapital da reinstecken, dann könnte ich 450.000 investieren.“ Ja, dann nimm dich vielleicht ein bisschen zurück, fang mit der ersten Immobilie ruhig ein bisschen kleiner an, nimm ruhig 250. Man wird sagen: „Ja, aber Martin, wenn sich die 250 in den nächsten 15 Jahren verdoppeln, sind es 500.000. Wenn sich die 450 verdoppeln würden, wären es 900.000.“ Ja, das stimmt, das stimmt. Aber für die Leute, die sowieso nicht entscheiden, ist es eher besser, weil sie dann ruhiger schlafen können, ein gutes Bauchgefühl haben, und das ist wichtig. Denn diese Entscheidung triffst du nicht für die nächsten 6 Monate. Die switchst du auch nicht mal eben wie einen Fonds, sondern das ist eine Entscheidung für die nächsten 30 Jahre, oder sogar eine, die du vererbst.
Caro: Ich wollte gerade sagen: Und wenn sich das für dich letztendlich doch als gute Entscheidung erweist, kannst du ja immer noch was nachkaufen.
Martin: Ja, und dann würde ich sagen: Wenn ich für 250 kaufe und die sich in 20 Jahren tatsächlich verdoppeln und sie 500.000 wert ist, guck mal kurz unterm Strich: Was hast du selber investiert? Und wenn da vielleicht 60.000 stehen, ne, weil den Rest der Mieter und das Finanzamt bezahlt haben und so weiter, würde ich sagen: Du hast aus 60.000 500.000 gemacht. Schlechter Deal? Klar, es wäre toller gewesen, wenn du aus 90.000 oder 100.000 dann irgendwie 900.000 gemacht hättest. Aber das Pendel kann auch in die andere Richtung schlagen. Und wenn du dann sagst: „Oh, jetzt ist da mein Mieter ausgezogen, jetzt muss ich wirklich mal nachinvestieren, und die Küche ist jetzt wirklich hin, der hat sie, keine Ahnung, verwüstet“ – ich spinne mal total rum –, ja, dann ist es ganz schön, wenn du vielleicht noch mal 5000, 6000 Euro auf deinem Reservekonto liegen hast und sagst: „Ich mache das mal eben, das ist jetzt ärgerlich, aber es ist da.“ Wenn ich für die 450.000-Entscheidung alles ausgereizt hätte und es passiert, dann habe ich ein Problem. Dann muss ich nachinvestieren, dann muss ich nachfinanzieren, einen Konsumkredit aufnehmen und so weiter und so fort, stürze mich da in hohe Zinsen. Das ist Quatsch. Also nicht bis aufs Letzte auslutschen, will ein guter Berater aber auch nicht machen, sondern das, was wirtschaftlich sinnvoll ist, und dann entscheiden und anfangen zu machen.
Und wenn du siehst, es funktioniert, so funktioniert das Erstinvest Immobilie, dann wirst du sowieso in 3, 4 Jahren nachkaufen. Weil du merkst: „Oh, ich habe die ersten Mieterhöhungen gekriegt, oh, mein Eigenanteil sinkt, das ist ja spannend, wie läuft das alles zusammen? Es bauen sich Rücklagen auf meinem Immobilienkonto auf.“ Wie die steuerliche Kompensation funktioniert: Auch die lege ich wieder in meine Immobilie und nicht in die AIDA-Reise, ne? Und dann wirst du irgendwann zum Investor und sagst: „Das Ziel ist es für mich, wenn ich in Rente gehe …“ Wenn man es also als Altersvorsorgeprodukt nutzt: „Dann möchte ich 3, 4 bezahlte Immobilien haben.“ Und vielleicht kaufst du dann 5 und sagst: „Ich verkaufe zum Ende hin 2, und mit dem Gewinn, den ich da rauskriege, löse ich die anderen 3 ab“, und wie auch immer. Kannst du alles frei entscheiden. Aber du musst irgendwann anfangen. Es werden keine 5 Immobilien, wenn du nicht irgendwann die erste kaufst.
Es gibt keinen falschen Zeitpunkt: Zinsniveau, Durchschnittszins und Timing
Caro: Okay, Leute, das ist euer Zeichen da draußen. Wenn ihr schon seit Jahren überlegt: Das ist euer Zeichen, tut es jetzt, jetzt.
Martin: Ja, es gibt ja auch keine schlechte Zeit.
Caro: Nee, das hatten wir doch schon mal in einer Folge, von wegen: Wann ist die richtige Zeit?
Martin: Ja, es gibt keine falsche, es gibt auch keine richtige. Die Leute können sagen: „Boah, der Zins ist heute mit 4 % aber total super hoch.“ Ja, stimmt. Aber wenn er in 10 Jahren wieder bei 6 ist, dann war er günstig, ne? Und wenn ich wieder den Durchschnittszins der letzten 30 Jahre betrachte, dann bin ich bei viereinhalb oder so was, [unverständlich] ist immer noch gut. Und die Immobilien, die wir damals mit 6, 7 % finanziert haben – und das ist ja so die Zeit, die ich auch noch kenne –, da würde ich sagen, da kommst du heute vor Lachen auch nicht mehr in den Schlaf. Aber damals hatte ich gesagt: „Boah, super teuer.“ Mhm, heute trotzdem ein guter Deal.
Caro: Mhm.
Martin: Und jetzt kann man natürlich auch sagen: „Ja, aber es wäre ja schöner gewesen, ich hätte mir 5 Immobilien gekauft, als ich ein Zinsniveau von einem Prozent hatte.“ Ja, stimmt. Aber als das Zinsniveau bei einem Prozent lag, waren die Immobilienpreise auch super hoch, weil es sich ganz, ganz viele leisten konnten. Wenn ich das dann bis aufs Letzte ausgelutscht habe, ne – ich spinne mal rum –, dann würde es heute aber wehtun, wenn ich mit 4 % nachfinanzieren müsste und den Puffer nicht habe. Das wäre dann so ein Zinsrisiko, das ich mir eingekauft habe. Und deswegen brauche ich nicht nachzutrauern, dass ich kein Ein-Prozent-Niveau habe. Und ich sage allen da draußen: Du brauchst doch nicht darauf zu warten. Kontinuierlich Immobilieninvestments tätigen und, sage ich mal, Mieter und Finanzamt dein Investment bezahlen lassen, Einflussfaktoren berücksichtigen, und dann rein. Du wirst niemals ein Immobilienvermögen aufbauen, wenn du nicht irgendwann anfängst. Desto früher, desto besser, weil du dann hinten raus die Laufzeit hast. Das ist Fakt.
Fazit: Ob eine Sache gelingt, erfährst du nur, wenn du es probierst
Caro: Mhm. Ja, Martin, weißt du was? Ich war damals in meinem Praktikum beim Steinmetz, und ich habe in diesen Stein was reingemeißelt. Der steht jetzt tatsächlich bei meiner Schwester im Garten, vorher war er halt bei meinen Eltern. Weißt du, was da draufsteht? „Ob eine Sache gelingt, erfährst du nicht, wenn du darüber nachdenkst, sondern wenn du es probierst.“
Martin: Ja, genau so ist es, stimmt. Und nicht blind, ja, sondern mit Vorbereitung, ne, mit Vorbereitung. Du willst heute auch keinen Marathon laufen und sagen: „Oh, alles klar, ich schaffe eigentlich keinen, ich laufe mal los.“ Sondern du würdest dir einen Plan machen, du würdest darauf trainieren, du würdest alles abwägen: Bei welchem Wetter will ich laufen und so weiter, wann, wo, wie, welche Strecke? Und genau das Gleiche machst du mit allen Anlageentscheidungen. Irgendwann tust du es: mit einem neuen Auto, mit dem Fernseher, Computer, mit dem Handy, das du dir kaufst. Und du sagst: „Ah, bei dem läuft das, bei dem …“ Aber irgendwann, weil du sagst: „Ich brauche jetzt auch ein Handy“, kaufst du es dann. Kannst auch feststellen: „Ah, vielleicht wäre das noch eine Spur besser gewesen.“ Das wird dich immer treffen, auch bei Aktienentscheidungen. Der Fonds, der jetzt 20 Jahre gut lief, muss nicht die nächsten 20 Jahre gut laufen. Und du musst auch nicht immer den Platz 1 erwischen, aber du brauchst irgendeinen, der oben top ist. Und genauso ist es bei der Anlageimmobilie auch: Du musst die Einflussfaktoren berücksichtigen, du musst die Risiken eliminieren oder minimieren, du musst sie kennen, und dann musst du entscheiden. Und dann wirst du auch sagen: „Na ja, jetzt hat sich der Standort vielleicht ein bisschen besser entwickelt, hätte ich da mal gekauft.“ Ja, hätte, hätte. Aber immerhin hast du es getan. Und das ist genau das Ding: Die wenigsten Leute da draußen treffen genau diese Entscheidung und machen es. Sondern die verlieren sich, die planen, die suchen immer noch ein Argument, warum es nicht funktioniert, und entscheiden halt nicht. Und das Schlimmste, was du machen kannst, ist, nicht zu entscheiden.
Caro: Ja, ja, Punkt. Wir entscheiden uns jetzt aber dazu, uns ein Kaltgetränk zu holen.
Martin: Ja, bei den Temperaturen, ihr da draußen heute auch: ein Eis.
Caro: Kaltgetränk und ein Eis.
Martin: Da werden wir uns Stracciatella-technisch einig, ne, auf jeden Fall, das hatten wir. Ja, dann euch da draußen: Ich hoffe, ihr habt ein klimatisiertes Büro, oder es ist nicht zu heiß, oder ihr hört uns gerade, während ihr im Planschbecken liegt, oder im klimatisierten Auto. Ja, wobei, hören, ne, kannst du die Boxen anmachen? Ne, oder im Schwimmbad die Runden drehen, das geht nicht, ne?
Caro: Ah, es gibt [unverständlich] unter Wasser, tatsächlich, ja, ja. Auf jeden Fall: Holt euch dann noch was zu trinken, viel trinken ist wichtig, und wir hören uns beim nächsten Mal. Abonniert uns, lasst eine Bewertung da, und wir hören uns. Tschüssi.
Martin: Tschüss.
